Eskaliert der Konflikt? Trumps US-Raketen töten hochrangigen iranischen General

Bagdad - Neuer Höhepunkt im Konflikt zwischen Washington und Teheran. Bei einem US-Raketenangriff nahe dem Flughafen von Bagdad ist einer der hochrangigsten iranischen Generäle getötet worden. Kommt es nun etwa zur Eskalation?

Ghassem Soleimani, der Kommandeur der iranischen Al-Kuds-Brigaden, bei einem Treffen in Teheran.
Ghassem Soleimani, der Kommandeur der iranischen Al-Kuds-Brigaden, bei einem Treffen in Teheran.  © Uncredited/Office of the Iranian Supreme Leader vi

Das US-Verteidigungsministerium bestätigte am späten Donnerstagabend (Ortszeit) den Tod von Ghassem Soleimani, dem Kommandeur der iranischen Al-Kuds-Brigaden, bei der Attacke.

Das amerikanische Militär habe die Operation auf Anweisung von US-Präsident Donald Trump ausgeführt, um weitere Attacken auf amerikanische Kräfte in der Region zu verhindern.

Soleimani habe aktiv an Plänen gearbeitet, um amerikanische Diplomaten und Einsatzkräfte zu attackieren, erklärte das Pentagon.

Der General und die Al-Kuds-Brigaden seien verantwortlich für den Tod von Hunderten Amerikanern und Verbündeten. Er habe in den vergangenen Monaten Angriffe auf Stützpunkte von US-Verbündeten gesteuert und auch die gewaltsamen Proteste an der US-Botschaft in Bagdad gebilligt. Ziel des Angriffs sei es, den Iran von künftigen Attacken abzuschrecken.

"Die Vereinigten Staaten werden weiterhin alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um unser Volk und unsere Interessen überall auf der Welt zu schützen", erklärte das Pentagon weiter.

Trump selbst hatte zuvor auf Twitter lediglich das Bild einer US-Flagge verbreitet - ohne Kommentar.

Soleimani ist der prominenteste Vertreter und das bekannteste Gesicht des iranischen Militärs im Ausland. Die Al-Kuds-Brigaden gehören zu den Revolutionsgarden (IRGC), einer Eliteeinheit der iranischen Streitkräfte. Soleimani tauchte sowohl im Irak als auch im benachbarten Bürgerkriegsland Syrien immer wieder an der Seite von schiitischen Milizen auf, die vom Iran unterstützt werden. Sein Tod bedeutet einen neuen Höhepunkt im Konflikt zwischen den USA und dem Iran.

In der Nähe von Bagdads Flughafen waren drei Raketen eingeschlagen, wie die irakischen Sicherheitskräfte erklärten. Dabei seien mehrere Menschen verletzt worden und zwei Fahrzeuge in Brand geraten.

Bereits am vergangenen Wochenende griffen USA schiitische Milizen im Irak an

Soleimaniist nach Angaben der Medienstelle der vom Iran unterstützten irakischen Volksmobilisierungskräfte bei einem Raketenangriff nahe des Flughafens von Bagdad getötet worden.
Soleimaniist nach Angaben der Medienstelle der vom Iran unterstützten irakischen Volksmobilisierungskräfte bei einem Raketenangriff nahe des Flughafens von Bagdad getötet worden.  © Ebrahim Noroozi/AP/dpa

Die Raketen gingen demnach nahe der Halle für Luftfracht herunter. Der irakischen Nachrichtenseite Al-Sumaria zufolge schlugen die Raketen nahe einem Sicherheitscamp beim Flughafen ein.

Bei dem Angriff kam nach Angaben der vom Iran unterstützten irakischen Volksmobilisierungskräfte auch deren stellvertretender Leiter Abu Mahdi al-Muhandis ums Leben.

Bereits am vergangenen Wochenende hatten die USA die schiitische Milizen im Irak angegriffen. Als Reaktion darauf drangen am Dienstag Hunderte Demonstranten in Bagdads besonders gesicherte Grüne Zone ein, um die US-Botschaft zu stürmen. Mehrere Wachhäuschen wurden in Brand gesetzt, Mauern beschmiert und Brandsätze geworfen.

Sicherheitskräfte drängten die Demonstranten jedoch zurück, bevor sie auf das Botschaftsgelände gelangen konnten. Zur Abschreckung setzte das US-Militär auch Kampfhubschrauber ein und verlegte rund 100 Marineinfanteristen aus dem benachbarten Kuwait. Die USA machen den Iran für die Proteste verantwortlich.

Die Führung in Teheran wies den Vorwurf vehement zurück.

US-Präsident Donald Trump wies den Luftangriff an. Droht nun eine Eskalation im Konflikt zwischen dem Iran und der USA?
US-Präsident Donald Trump wies den Luftangriff an. Droht nun eine Eskalation im Konflikt zwischen dem Iran und der USA?  © Evan Vucci/AP/dpa

Update 13.41 Uhr: US-Außenminister äußert sich

Washington - Nach der gezielten Tötung des ranghohen iranischen Generals Ghassem Soleimani durch das US-Militär hat US-Außenminister Mike Pompeo Teheran zur "Deeskalation" aufgefordert.

US-Außenminister Mike Pompeo will keinen Krieg mit dem Iran.
US-Außenminister Mike Pompeo will keinen Krieg mit dem Iran.  © Evan Vucci/AP/dpa

Iran solle sich nun wie ein normales Land verhalten und nicht mehr Terroristen in der ganzen Region unterstützen, sagte Pompeo am Freitag im Gespräch mit dem US-Sender Fox News.

Sollte Iran einen anderen Weg verfolgen, sei die gesamte US-Regierung bereit, "angemessen zu antworten", sagte Pompeo.

"Wir wollen keinen Krieg mit dem Iran", sagte Pompeo. Die US-Regierung werde Provokationen des Irans nicht unbeantwortet lassen.

Durch Soleimanis Tod seien der Irak und der Nahe Osten heute sicherer und hätten eine bessere Chance auf ein Leben in Freiheit und Sicherheit, sagte Pompeo.


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