Blinder Rentner (90) bittet in Post um Hilfe und wird rausgeworfen

Carl Gudewill hatte in einer Postbankfiliale viel Ärger (Symbolbild).
Carl Gudewill hatte in einer Postbankfiliale viel Ärger (Symbolbild).  © Martin Gerten/dpa

Essen - "Ich habe mich gefühlt, als ob ich ein Niemand bin." Das sagt der Rentner Carl Gudewill (90) aus Essen nach einem Besuch bei der Postbank an einem Freitagnachmittag. Der 90-jährige ist blind und auf einen Krückstock angewiesen, doch trotz mehrfacher Bitte war niemand bereit dem hilfsbedürftigen Mann in der Bank zu helfen, berichtet die "WAZ"!

Carl Gudewill war ursprünglich nur wegen eines Telefonbuchs und ein paar Briefmarken zur Postbank gegangen, doch dann erlebte er dort ein mehrstündiges Martyrium. Ein Mitarbeiter bat den Rentner sich in den Wartebreich zu begeben, um nach der Nummer des Telefonbuchverlags zu suchen, da das Buch nicht vorrätig war.

Dort saß Carl Gudewill nach eigenen Angaben über eine Stunde und fühlte sich dort: "... als ob ich ein Niemand bin". Laut der Postbank habe er in seiner Wartezeit andere Kunden belästigt, so die "WAZ".

Carl Gudewill: "Ich habe mich gefühlt, als ob ich ein Niemand bin."

Niemand half Carl Gudewill (Symbolbild).
Niemand half Carl Gudewill (Symbolbild).  © Oliver Berg/dpa

Ganz anders sieht es der Rentner, der behauptet, dass ihm niemand in der Filiale mehr helfen wollte.

Weder die Mitarbeiter, noch andere Kunden. Nach zwei Stunden riefen die Mitarbeiter schließlich die Polizei. Warum sie ihm nicht halfen beziehungsweise die versprochene Telefonnummer gaben, ist unklar.

Laut Postbank, weigerte sich Carl Gudewill die Bank zu verlassen und rechtfertigt damit den Polizeieinsatz. Als er endlich wieder zuhause war und die Geschichte seinem Sohn Christian Gudewill erzählte, ging dieser wütend mit seinem Vater zur Postbank, so die "WAZ".

Über den Vorfall war der Sohn fassungslos, weshalb er sofort die Situation klären wollte. Doch bei der Postbank konnte niemand einen Fehler bei sich erkennen. Die Mitarbeiter hätten sich "angemessen verhalten und sich um einen hilfsbedürftigen Menschen gekümmert", heißt es laut "WAZ" in einer Stellungnahme.

Trotz allem haben die Gudewills beschlossen Kunden bei der Bank zu bleiben. "Ich habe meinem Vater verboten, noch einmal einen Fuß in diese Filiale zu setzen", sagt der Sohn jedoch gegenüber der "WAZ".


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