Trotz Regens: NRW-Natur erholt sich nur langsam

Essen – Der Regen der vergangenen Wochen hat der Natur in Nordrhein-Westfalen Erholung gebracht - von einem Ende der tiefreichenden Trockenheit im Boden kann aber noch lange keine Rede sein.

Durch den Regen der vorigen Wochen gibt es in NRW wieder viele Pilze.
Durch den Regen der vorigen Wochen gibt es in NRW wieder viele Pilze.  © Martin Gerten/dpa

Nach Angaben des Landesamtes für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz (Lanuv) reichte etwa die Regenmenge von September mit unterdurchschnittlichen 62 Litern pro Quadratmeter nicht annähernd aus, um dem niedrigen Grundwasserspiegel zu helfen.

"Dazu müsste es bis Februar täglich durchregnen", sagte Sprecherin Birgit Kaiser de Garcia.

Die Feuchtigkeit habe zwar in der Natur sichtbare Veränderungen gebracht: Vielerorts sprießen wieder Pilze. Vor vier Wochen noch hatten Pilzexperten ein schlechtes Erntejahr - das zweite in Folge - befürchtet.

Jetzt seien viele Wiesen voller Champignons und Egerlingsschirmlinge, sagte die Warburger Pilzsachverständige Nannette Sicke-Hemkes. Aus Wäldern im Süden des Landes hätten Wanderer teils größere Vorkommen an Steinpilzen und Maronenröhrlingen gemeldet.

Das kann jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass es derzeit in NRW ein Regendefizit von 284 Litern je Quadratmeter gibt.

Regendefizit in NRW

In NRW wird die durchschnittliche Regenmenge 2019 wohl nicht mehr erreicht werden.
In NRW wird die durchschnittliche Regenmenge 2019 wohl nicht mehr erreicht werden.  © 123RF/Evgeny Atamanenko

Experten drücken die Mengen auch in Millimetern aus. Die Gesamtmenge an Niederschlägen in einem durchschnittlichen Jahr beträgt demnach 840 Millimeter.

"Das aufzuholen, schaffen wir dieses Jahr sicherlich nicht mehr", so Kaiser de Garcia. Viel vom Regen gelange zudem wegen großer Versiegelungsflächen in die Kanalisation oder Gewässer und komme gar nicht in den tiefen Bodenschichten an.

Wenngleich es gefühlt für viele genug geregnet hat, Natur und Wälder brauchen dringend weiter und mehr Wasser. "Der Regen der letzten zwei Wochen hat dem Wald zwar gut getan, aber er ist dadurch nicht gerettet", sagte auch Nadine Neuburg von Wald und Holz NRW.

Selbst Regen über mehrere Wochen könne die Schäden durch Stürme, Hitze und Borkenkäfer nicht ausgleichen. "Die Bäume können sich nur stärken und erholen, wenn das Wasser tief in den Boden vordringt und dort gespeichert werden kann."

Titelfoto: Martin Gerten/dpa


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