Männer ziehen Hund aus eisigem Fluss, ohne zu ahnen, was sie da eigentlich retten

Sindi - Gutherzige estnische Arbeiter eilten in dieser Woche zu einem vereisten Fluss, um einen Hund zu retten. Sie ahnten nicht, dass sie eine Überraschung erleben sollten.

Sieht dieses Tier wirklich wie ein Hund aus?
Sieht dieses Tier wirklich wie ein Hund aus?  © Facebook/Eestimaa Loomakaitse Liit

Zugetragen hat sich die dramatische Rettung einem "BBC"-Bericht zufolge am Sindi-Staudamm unweit des Flusses Parnu in Estland. Dort arbeiteten die Männer gerade, als sie ein im eisigen Wasser gefangenes Tier entdeckten.

Nachdem sie sich den Weg durch das Eis freigemacht hatten, brachten sie den unterkühlten Hund in ihr Auto und fuhren ihn in eine Klinik für medizinische Versorgung. Erst dort stellte sich heraus: Die Arbeiter hatten keinen Hund, sondern einen Wolf durch die Gegend gefahren.

Rando Kartsepp, einer der Retter, erzählte eine estnischen Zeitung: "Wir mussten ihn über den Hang tragen. Er wog einiges."

Doch dass es kein herkömmlicher Hund war, ahnten die Männer nicht. "Er war ruhig, schlief auf meinen Beinen. Als ich sie strecken wollte, hob er für einen Moment den Kopf", so Kartsepp weiter.

Der estnische Tierschutzverband (EUPA) sagte, dass der Wolf bei seiner Ankunft im Tierarztbüro einen niedrigen Blutdruck hatte, der seine fügsame Natur im Nachhinein erklären könnte.

Geretteter Hund entpuppt sich beim Tierarzt als Wolf

Zunächst hatten auch die Tierärzte einige Zweifel an der wahren Natur des großen Hundes. Doch es war ein einheimischer Jäger, der mit den Wölfen der Region vertraut war und ihn als das bestätigte, was er war: ein junger männlicher Wolf.

Das Alter des Wildtieres wurde auf etwa ein Jahr geschätzt. Nach dem ersten Schock beschloss das Klinikpersonal, den Wolf nach der Behandlung in einen Käfig zu sperren - für den Fall, dass er im Zuge seiner Genesung weniger zahm wurde.

Doch glücklicherweise verlief alles ohne Zwischenfälle. Der Wolf erholte sich innerhalb des Tages von den Strapazen und wurde wieder in die Wildnis entlassen - ausgestattet mit einem GPS-Halsband der nationalen Umweltbehörde.

"Wir freuen uns so sehr über das Ergebnis der Geschichte und möchten uns bei allen Teilnehmern bedanken - besonders bei den Männern, die den Wolf gerettet haben, und bei den Ärzten der Klinik, die keine Angst hatten, das Wildtier zu behandeln und zu pflegen", sagte EUPA.

Estland beherbergt Hunderte von Wölfen, von denen in den letzten Jahren allerdings nur eine Handvoll gefangen wurde. Als Spezies meiden die Tiere in der Regel den Menschen.

Titelfoto: Facebook/Eestimaa Loomakaitse Liit

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