Nach Rücktritt: Rechtsextreme Drohungen gegen Ex-Bürgermeister gehen weiter

Estorf - Auch nach seinem Rücktritt sieht sich der frühere Bürgermeister von Estorf (Landkreis Nienburg), Arnd Focke (SPD), noch Bedrohungen ausgesetzt.

Arnd Focke (SPD), zurückgetretener Bürgermeister der Gemeinde Estorf im Landkreis Nienburg.
Arnd Focke (SPD), zurückgetretener Bürgermeister der Gemeinde Estorf im Landkreis Nienburg.  © Julian Stratenschulte/dpa

Auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte Focke entsprechende Bilder. Dazu setzte er den Hashtag #fcknzs.

In einem Fall hatte Focke einen ausgerissenen Zeitungsartikel über seinen Rücktritt bekommen. Über das Gesicht Fockes hatte der Absender ein Fadenkreuz gezeichnet.

Unbekannte ritzten außerdem ein Hakenkreuz in ein Holzbrett auf Fockes Grundstück.

Seinen Angaben zufolge hat in beiden Fällen der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen. "Ich habe mich für Öffentlichkeit entschieden und mache das konsequent weiter", sagte er der Zeitung.

Von der Polizei war zunächst keine Stellungnahme zu den jüngsten Drohungen zu bekommen. Anfang Januar hatte der Staatsschutz Ermittlungen aufgenommen.

Focke war Ende 2019 von seinem Amt als Ortsbürgermeister der Gemeinde Estorf bei Nienburg zurückgetreten (TAG24 berichtete), nachdem sein Privatauto mit Hakenkreuzen verunstaltet worden war und er einen Zettel mit der Aufschrift "Wir vergasen dich wie die Antifa" in seinem Briefkasten gefunden hatte.

In der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" hatte Focke am Donnerstagabend unter anderem eine Klarnamenpflicht für Beiträge im Internet und eine schnellere Reaktion der Justiz bei bedrohenden Postings gefordert.

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