EU-Politiker warnt vor Krieg in Europa

Flüchtlinge steigen im Hafen von Piräus (Griechenland) aus einem Schiff.
Flüchtlinge steigen im Hafen von Piräus (Griechenland) aus einem Schiff.

Brüssel - Die Zahl der Flüchtlinge steigt stetig, der Handlungsdruck auf die Politik auch - trotzdem ist die EU-Krisenstrategie bislang Stückwerk.

Während in Brüssel ein neuer Anlauf gestartet wird, befürchtet Luxemburgs Außenminister schon einen "richtigen Krieg".

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn warnt angesichts der Flüchtlingskrise vor einem Zerfall der Europäischen Union und einer Wiedereinführung von Grenzkontrollen zwischen den EU-Staaten.

Die umstrittene Umverteilung von 160.000 eingereisten Flüchtlingen innerhalb Europas läuft nicht: Bislang sind kaum mehr als 130 von ihnen umverteilt worden.

Auch die stockende Finanzierung der EU-Hilfsfonds für Afrika, Syrien und für humanitäre Hilfe wird beim Treffen der EU-Innenminister in Brüssel zur Sprache kommen.

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn.
Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn.

Die EU-Staaten hatten Milliardensummen in Aussicht gestellt, allerdings bleiben auch hier die Zusagen weit dahinter zurück. Ein weiteres Thema ist die Kooperation mit der Türkei als wichtigstem Transitland in der Flüchtlingsfrage.

Asselborn sprach von einer "sehr, sehr kritischen Situation" in Europa. "Die Europäische Union kann auseinanderbrechen. Das kann unheimlich schnell gehen, wenn Abschottung statt Solidarität nach innen wie nach außen die Regel wird", sagte der luxemburgische Außenminister. "Dieser falsche Nationalismus kann zu einem richtigen Krieg führen."

Entspannung ist indes kaum in Sicht, im Gegenteil: Nach dem Ende des Fährenstreiks in Griechenland müssen sich die Staaten entlang der sogenannten Balkanroute auf einen noch größeren Andrang von Flüchtlingen einstellen.

Im Athener Hafen Piräus trafen allein am Sonntag deutlich mehr mehr als 10.000 Menschen ein, die innerhalb der nächsten Tage weiterreisen werden.

Außerdem setzen wegen des guten Wetters laut griechischen Medien täglich unzählige Schlauchboote von der Türkei zu den griechischen Inseln über.

Fotos: dpa


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