Seltene Eule unter Schock: Wer hat auf das Tier geschossen?

Haringsee (Österreich) - In Österreich wurde eine seltene Eule gefunden, auf die zuvor geschossen wurde. Der WWF erstattete deshalb bereits Anzeige.

Diese Kornweihe stand unter Beschuss. Ob sie jemals wieder fliegen kann, ist unklar.
Diese Kornweihe stand unter Beschuss. Ob sie jemals wieder fliegen kann, ist unklar.  © VIER PFOTEN Österreich

Vor zwei Wochen wurde eine weibliche Kornweihe auf einem Feldweg in der Nähe von Weiden am See gefunden.

Das Tier schien völlig hilflos zu sein, konnte nicht einmal fliegen. Auf einem Flügel war eine verkrustete Stelle, die die Tierretter dazu brachte, den Vogel in die Eulen- und Greifvogelstation in Haringsee zu bringen.

"Unser Team hat zunächst eine mit einer Kruste bedeckte Verletzung am Ellbogen festgestellt. Wir haben die Kornweihe dann zu weiteren Untersuchungen in eine Vogelklinik überstellt", erklärt Vogel-Expertin Brigitte Kopetzky des Tierschutzvereins "Vier Pfoten" in einer Mitteilung.

In der Spezialklinik wurde dann Erschreckendes festgestellt: "Anhand eines Röntgenbildes wurde eine Schussverletzung diagnostiziert", so Kopetzky weiter.

Der Schuss soll glatt durchgegangen sein. Dabei erlitten die Knochen mehrere Brüche. Ob die Eule jemals wieder fliegen kann, ist fraglich.

Tierschützer erstatten Anzeige

Hans Frey leitet die Eulen- und Greifvogelstation der "Vier Pfoten" in Haringsee und kennt sich mit dem Tierrecht aus: "Der Abschuss geschützter Greifvögel ist generell inakzeptabel", erklärt er. "Besonders verwerflich in diesem Fall ist jedoch, dass es sich um einen Vogel handelt, der nur im Winter als Zugvogel in Österreich anzutreffen ist."

Denn diese Eulen leben eigentlich in der nördlichen Paläarktis und kommen nur im Winter in die mitteleuropäischen Regionen. Grund hierfür sind die offenen Wiesen und strukturreichen Ackerflächen mit einem hohen Anteil an Brachen.

"Dass ausgerechnet die Kornweihe, die sich hauptsächlich von Wühlmäusen und anderen Kleinnagern ernährt, von Jägern als Feindbild angesehen wird, ist gänzlich unverständlich und beweist mangelndes ökologisches Wissen", moniert Frey weiter. Weil auch immer mehr Lebensraum wegfällt, nahm jedoch der Bestand der seltenen Vögel in den letzten Jahren ab.

Der WWF Österreich hat aufgrund des Ereignisses bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Da dieser Vorfall nicht der erste dieser Art ist, haben die "Vier Pfoten" eine Hotline eingerichtet und nehmen Hinweise zu der Tat entgegen, ebenso per E-Mail.

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