Verloren, aber voller Hoffnung: Eintracht unterliegt in Unterzahl bei Benfica

Lissabon - Am Donnerstagabend war es endlich soweit. Eintracht Frankfurt durfte erstmals seit 24 Jahren in einem Viertelfinale im Europapokal an den Start. Im Hinspiel bei Benfica Lissabon verloren die Hessen mit 2:4 (1:2). Somit hat die Eintracht vor dem Rückspiel in Frankfurt (18. April/21 Uhr) noch alle Möglichkeiten auf das Weiterkommen.

Dauer-Pressing und viel Einsatz zeichneten die Eintracht um Makoto Hasebe (Li.) in der Anfangsphase gegen Benfica Lissabon aus.
Dauer-Pressing und viel Einsatz zeichneten die Eintracht um Makoto Hasebe (Li.) in der Anfangsphase gegen Benfica Lissabon aus.  © DPA

Der erste Akt im Europa League-Fight um den Platz in der Runde der letzten Vier stieg im Lissabonner Estadio da Luz, zu Deutsch Stadion des Lichts.

In das richtige Licht wurden die Teams auch von rund 3200 Eintracht-Anhängern und insgesamt 60.000 Zuschauern in der für die Europameisterschaft 2004 gebauten Arena gerückt.

Die Treffer erzielten Joao Felix (21./FE, 43., 53.) und Ruben Dias (50.) auf Seiten der Hausherren. Luka Jovic und Goncalo Paciencia (72.) trafen für die Eintracht (40.). Evan N'dicka sah bereits in Minute 20 die rote Karte nach einer Notbremse.

Eine Hiobsbotschaft ereilte Chef-Coach Adi Hütter kurz vor dem Anpfiff. Sturmtank Sebastién Haller konnte wie befürchtet weder einen Platz in der Startelf noch auf der Reservebank einnehmen. Entwarnung gab es indessen bei Sebastian Rode. Der Mittelfeld-Abräumer konnte von Beginn an ran.

Darüber hinaus gingen es die Hessen mit ihrer ersten Elf taktisch etwas defensiver an. Mit Evan N'dicka rückte ein dritter Innenverteidiger in die Mannschaft. Somit ersetzten Rode und der junge Franzose Jetro Willems und Jonathan de Guzmán, die beide noch beim 2:1-Erfolg beim FC Schalke 04 in der Startelf standen.

Vom Anpfiff weg ließen sich die Adlerträger nicht von der hervorragenden Atmosphäre einschüchtern. Mit viel Mut stürmten Jovic und Co. in Richtung Benfica-Tor, ohne jeglichen Respekt vor dem prestigeträchtigen Kontrahenten.

Ein wenig Spielwitz ließen die Hausherren erst gegen Ende der Anfangsviertelstunde aufblitzen, wirkliche Gefahr für den Kasten von Eintracht-Keeper Kevin Trapp kam dadurch aber nicht auf.

Eintracht-Torhüter Kevin Trapp hatte die Ecke geahnt, konnte den Elfmeter von Benficas Joao Felix jedoch nicht halten.
Eintracht-Torhüter Kevin Trapp hatte die Ecke geahnt, konnte den Elfmeter von Benficas Joao Felix jedoch nicht halten.  © DPA

Und ohne jede Vorwarnung traf es die Eintracht gleich doppelt bitter. Nach einem genialen Zuspiel, brachte N'dicka Gedson Fernandes zu Fall und sah für seine Aktion glatt Rot (20.). Den fälligen Foulelfmeter verwandelte Joao Felix gegen Trapp, der die Ecke geahnt hatte (21.).

Die Köpfe ließen die Frankfurter dennoch nicht hängen. Weiterhin blieben sie mutig und suchten ihr Heil in der Offensive. Selbst die Abwehr-Hünen Martin Hinteregger und David Abraham schalteten sich in munterer Regelmäßigkeit in die Angriffs-Aktionen ihrer Mannschaftskollegen mit ein.

Diese Manöver hatten durchaus mehr Struktur als die Bemühungen der Hausherren: So leitete Hinteregger beispielsweise nach toller Abwehraktion einen direkten Gegenzug ein, indem er Filip Kostic auf der Außenbahn bediente. Dieser spielte mustergültig in den Rücken der Abwehr zu Ante Rebic. Dessen Direktabnahme fand aber nicht den Weg ins Tor (39.)

Doch stand ja auch ein gewisser Jovic auf dem Platz. Der 21-Jährige nutzte eine perfekte Balleroberung von Rode, die den direkten Weg zu Rebic fand. Letztlich bediente der Vize-Weltmeister den Serben perfekt, der 1:1-Ausgleich war dann lediglich Makulatur - das wichtige Auswärtstor fiel trotz Unterzahl (40.).

Davon zeigten sich die Portugiesen wiederum gänzlich unbeeindruckt. Erneut war es Joao Felix, der die Führung Benficas wiederherstellte (43.). Trapp sah bei diesem Distanzschuss alles andere als glücklich aus. Ärger gab es auf Seiten der Eintracht kurz vor dem Pausenpfiff durch Schiedsrichter Anthony Taylor, der den vermeintlichen 2:2-Ausgleich wegen Abseits aberkannte (45.).

Frankfurts Ante Rebic (Bildmitte) war nach dem Europa League-Hinspiel sichtlich bedient.
Frankfurts Ante Rebic (Bildmitte) war nach dem Europa League-Hinspiel sichtlich bedient.  © DPA

Zum Auftakt des zweiten Spielabschnitts hatte die SGE nach einem Pfostenschuss von Rafa Silva reichlich Dusel (49.). Kurz darauf sah Trapp erneut nicht glücklich in seinem Fünfmeter-Raum aus. Dias nutzte die Verwirrung des Nationalkeepers zum 3:1 für Benfica (50.).

Das Debakel hatte noch immer kein Ende. Der erst 19-jährige Joao Felix machte seinen Dreierpack perfekt - Trapp bekam hier das Spielgerät durch die Beine, seinen Abend hatte sich der Sunnyboy im Frankfurter Tor wohl durchaus anders vorgestellt (53.).

Um nicht deutlicher unter die Räder zu kommen, ergriff Hütter erste Maßnahmen. de Guzmán ersetzte Torschütze Jovic (60.), die Defensive sollte somit massiver werden.

Einen großen Moment konnte Trapp dann doch noch vorweisen. Im Eins-gegen-Eins mit Haris Seferovic parierte die Frankfurter Nummer Eins (an diesem Abend) ausnahmsweise glänzend (69.).

Die zweite Auswechslung Hütters - Paciencia für Rebic (68.) - fruchtete umgehend. Nach einer Ecke de Guzmáns schraubte sich der Portugiese in die Luft und verwandelte mustergültig per Kopf zum 2:4 - erneut keimte die Eintracht-Hoffnung auf (72.).

Mit frischem Wind unter den Flügeln drängten die Mannen vom Stadtwald sogar noch auf den 3:4-Anschlusstreffer. Dabei sollte in der Schlussphase Mijat Gacinovic helfen, der Sebastian Rodes Platz einnahm (85.). Doch die noch bessere Ausgangsposition für das Rückspiel blieb den Hessen verwehrt.

Nach dem Europapokal ist vor der Bundesliga. Und so geht es für die Eintracht schon am Sonntag (18 Uhr) zu Hause gegen den FC Augsburg ran, ehe am Donnerstag (18. April/21 Uhr) die Entscheidung um das Weiterkommen in der Europa League gegen Benfica in der heimischen Commerzbank Arena ansteht.

Mehr zum Thema Eintracht Frankfurt:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0