Europa-Party auch ohne Choreo: Eintracht schießt Donezk ab und steht im Achtelfinale

Frankfurt - Nach dem vielversprechenden 2:2-Unentschieden in Charkiw standen die Chancen für ein Weiterkommen von Eintracht Frankfurt gut. Das Erreichen des Achtelfinals der Europa League gegen Schachtar Donezk lag durchaus im Bereich des Möglichen. Am Ende setzten sich die Adlerträger mit einem überwältigenden 4:1 (2:0)-Heimerfolg durch.

Traurige Randnotiz: Die akribisch vorbereitete Choreographie wurde noch vor Spielbeginn von den Fans über den Haufen geworfen.
Traurige Randnotiz: Die akribisch vorbereitete Choreographie wurde noch vor Spielbeginn von den Fans über den Haufen geworfen.  © DPA

In einer erneut magischen Europapokal-Partie erzielten Luka Jovic (23.), Sebastién Haller (27./HE, 80.) und Ante Rebic (88.) die Treffer für die Gastgeber aus der Mainmetropole. Junior Moraes (63.) traf für die ukrainischen Gäste.

Europapokal-Abende haben in Frankfurt etwas ganz besonderes an sich. Dass die Frankfurter Commerzbank Arena auch am Donnerstagabend mit 47.000 Zuschauern vollends ausverkauft war, dürfte niemanden überrascht haben.

Die groß angekündigte Fan-Choreo, für die im Vorfeld bereits alles vorbereitet wurde, fiel flach. Der Grund: Aller Voraussicht nach die im Vorfeld der Partie stattgefundenen Auseinandersetzungen der Eintracht-Ultras mit der Polizei.

Im Vergleich zur Startelf im Bundesliga-Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach schickte Chef-Coach Adi Hütter Jovic sowie die nach Verletzungen zurückgekehrten Sebastian Rode und David Abraham für Rebic Gelson Fernandes und Jonathan de Guzmán von Beginn an in das "Abenteuer Europacup".

Dieses Abenteuer kosteten die Eintracht-Anhänger trotz abgeblasener Choreographie voll aus. Bis in die ersten Spielminuten hinein verstummten die Gesänge aus der Nordwestkurve nicht, gellende Pfeifkonzerte prasselten auf die gegnerischen Spieler ein, sobald diese den Ball nur ins Visier nahmen.

In der Anfangsphase machten die Hessen durchaus klar, dass sie sich das Weiterkommen fest auf die Fahnen geschrieben hatte, zwingende Torchancen blieben jedoch vorerst auf beiden Seiten aus.

Luka Jovic (Li.) und Sebastién Haller erzielten die ersten beiden Treffer für die Eintracht.
Luka Jovic (Li.) und Sebastién Haller erzielten die ersten beiden Treffer für die Eintracht.  © DPA

Die erste Gelegenheit gehörte schließlich der Eintracht: Eine wuchtige Hereingabe von Filip Kostic traf den Kopf von Sebastién Haller, doch der technisch anspruchsvolle Kopfball verfehlte das Schachtar-Gehäuse letztlich deutlich (16.).

Die fortwährende Drangphase der Frankfurter wurde Mitte der ersten Hälfte belohnt: Mit einem hohen Ball schickte Haller Danny da Costa auf der rechten Außenbahn auf die Reise. Der eilte seinem Gegenspieler davon und spielte zielsicher auf den im einschussbereit im Strafraum stehenden Jovic, der zur 1:0-Führung verwandelte (23.). Kurz darauf wurde es noch besser.

Nach einem Handspiel von Donezks Mykola Matviyenko im Sechzehner, zeigte Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz auf den Punkt - Strafstoß! Haller verwandelte schließlich eiskalt - 2:0 (27.). Die Euphorie auf den Rängen kannte spätestens an diesem Punkt keine Grenzen mehr.

Währenddessen stand die Defensive der Hausherren wie ein Fels in der Brandung. Außer eines gefährlichen Standards gab es von Seiten Schachtars keine nennenswerten Annäherungen an den Kasten von Eintracht-Keeper Kevin Trapp. Somit ging es mit einer wohlverdienten Führung der SGE in die Halbzeitpause.

Pure Freude bei der Eintracht: Luka Jovic (Li.), Sebastién Haller (mit Mijat Gacinovic auf dem Rücken) und Sebastian Rode bejubeln den Achtelfinal-Einzug.
Pure Freude bei der Eintracht: Luka Jovic (Li.), Sebastién Haller (mit Mijat Gacinovic auf dem Rücken) und Sebastian Rode bejubeln den Achtelfinal-Einzug.  © DPA

Auch nach dem Seitenwechsel steckte die Eintracht nicht auf und bemühte sich um Treffer Nummer drei. Zwar spielte Donezk etwas mutiger nach vorne, hochkarätige Gelegenheiten der Mannschaft von Trainer Paulo Fonseca blieben jedoch vorerst aus.

Doch eine kleine Unkonzentriertheit in der Frankfurter Defensive machte es nochmal spannend. In der 63. Spielminute verkürzte Moraes nach Zuspiel von Ismaily praktisch wie aus dem Nichts auf 2:1 - von hier an nahm der Druck der Gäste stetig zu.

Ein Schuss von Marlos an der Strafraumkante krachte hinter dem geschlagenen Trapp gegen die Querlatte - Glück für die Eintracht (70.). Hütter reagierte, brachte Rebic (71.) und Jetro Willems (73.) für Jovic und Rode.

In der Schlussviertelstunde wirkte die SGE deutlich angeknockt, Donezk ließ einen weiteren Lattentreffer durch Taison folgen (79.). Als der Ausgleich förmlich in der Luft lag, schlugen die Gastgeber mit einem mustergültigen Konter über Kostic zurück. Haller verwandelte schließlich zum 3:1 (80.). Die endgültige Entscheidung besorgte Rebic mit seinem Treffer zum 4:1 (88.) - das Ticket für das Achtelfinale war gebucht!

Für die Adlerträger vom Stadtwald gibt es nach dem kräftezehrenden Europa-Abenteuer nur wenig Zeit zum Verschnaufen. Denn schon am Sonntag (24. Februar/15.30 Uhr) muss die Hütter-Truppe bei Hannover 96 ran. Das nächste Heimspiel steigt für die Eintracht am Samstag (2. März/15.30 Uhr) gegen die TSG 1899 Hoffenheim.

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