Auf Monster-Choreo folgt nächste Europa-Gala: Eintracht fertigt Limassol ab

Frankfurt - Für Eintracht Frankfurt läuft es derzeit so richtig rund. Nach dem jüngsten 7:1-Gala-Auftritt gegen Fortuna Düsseldorf wartete am Donnerstag wieder die Europa League auf die Adlerträger. Gegen Apollon Limassol feierte das Team von Coach Adi Hütter das nächste Freudenfest.

Einfach atemberaubend: Die Eintracht-Fans lieferten auf der Nordwest-Kurve wieder eine wundervolle Choreographie ab.
Einfach atemberaubend: Die Eintracht-Fans lieferten auf der Nordwest-Kurve wieder eine wundervolle Choreographie ab.  © DPA/Arne Dedert

Die Treffer beim 2:0 (2:0)-Erfolg in der mit 47.000 Zuschauern gefüllten (und somit ausverkauften), herbstlich zugigen Commerzbank Arena, erzielten Filip Kostic (13.) und Sébastien Haller (32.).

Schon beim phänomenalen 4:1-Triumph über Lazio Rom hatten die Fans eine Gänsehaut-Choreographie auf die Beine gestellt. Und auch die im Voraus vom Fanclub noch pompöser angekündigte Choreo hatte es wahrhaft in sich. Einem überdimensional über die Nordwest-Kurve gespannten Eintracht-Wappen folgte ein rot-silberner Adler, begleitet wurde dies alles natürlich von inbrünstigen Fan-Gesängen.

Im Vergleich zum Kanter-Heimsieg gegen die Fortuna setzte Hütter auf nur wenige frische Kräfte. Im Tor ersetzte Frederik Rönnow den angeschlagenen Kevin Trapp. Zudem kehrte der gegen Düsseldorf gesperrte Ante Rebic zurück, für den Fünferpacker Luka Jovic Platz machte. Des Weiteren rückte Gelson Fernandes für Lucas Torró in die Startelf.

Und die Gastgeber gaben von Beginn an den Ton an, erarbeiteten sich zunächst einen Eckball nach dem anderen - nennenswerte Chancen blieben aber vorerst Mangelware. Wie aus dem Nichts fiel aber dann das 1:0 - mit gütiger Mithilfe des Gegners: Kostic stand nach einem Ball von Haller plötzlich nahezu vollkommen ungedeckt vor dem Tor, brachte es aber nur zu einem harmlosen Schuss in Richtung Kasten, die Situation schien geklärt - doch denkste.

Denn das Schüsschen ließ Limassol-Keeper Bruno Vale durch die Handschuhe und zwischen seine Beine trudeln, Kostic und Kollegen bedankten sich fleißig und jubelten drauf los (13.).

Besorgte den zwischenzeitlichen 1:0-Führungstreffer: Flügelflitzer Filip Kostic.
Besorgte den zwischenzeitlichen 1:0-Führungstreffer: Flügelflitzer Filip Kostic.  © Bild Pressehaus/Reiro

Von hier an hatte die Eintracht erst recht Blut geleckt, das Spielgerät wanderte weiterhin fast ausschließlich in eine Richtung. Zu verdanken war dies auch der beinharten Defensive der Adlerträger, die in der ersten Hälfte nichts zuließ.

Während die Fans auf den Rängen mit pausenlosen Gesängen und ständig wehenden Wimpeln, Fahnen und Schals für Mega-Stimmung sorgten, dauerte es einige Zeit, bis ihre SGE wieder ordentlich Gas gab, dann aber so richtig. In der 32. Spielminute tankte sich Innenverteidiger Evan N'Dicka über links durch und brachte eine Sahne-Flanke in den Sechzehner, die Haller per Kopf zu seinem dritten Tor in weniger als einer Woche verwertete - 2:0.

Das 3:0 folgte beinahe auf dem Fuß, als Rebic den Ball im Strafraum auf den einlaufenden Mijat Gacinovic legte. Seinen Versuch rettete ein Apollon-Abwehrrecke jedoch kurz vor der Linie (35.) - von den Gästen, die es 45 Minuten lang nur zu einem einzigen Torschuss brachten, war weiterhin nichts zu sehen.

Ein letztes Highlight hatte Halbzeit eins dann doch noch zu bieten. Nach einem Wahnsinns-Lauf spielte Rebic in die Strafraum-Mitte auf Haller, der den heran eilenden Jonathan de Guzman erblickte und clever bediente. Doch Frankfurts Sechser setzte seinen satten Flachschuss nur Millimeter am rechten Pfosten vorbei (45.). Das sollte es nach dem Empfinden des russischen Offiziellen Sergei Ivanov dann auch gewesen sein - Pausentee.

French Connection: 2:0-Torschütze Sebastien Haller (im Hintergrund) herzt Vorlagengeber Evan N'Dicka (Li.).
French Connection: 2:0-Torschütze Sebastien Haller (im Hintergrund) herzt Vorlagengeber Evan N'Dicka (Li.).  © DPA/Arne Dedert

Zu Beginn von Halbzeit zwei dann leider erneut die unschöne Seite der Frankfurter Fans, als die Kurve gemeinschaftlich hunderte Pyro-Fackeln ansteckte und die Arena kurzzeitig im Nebel versinken ließ.

Auf dem Platz zeigte sich währenddessen das gewohnte Bild: Die Eintracht presste und kam durch Haller zur nächsten Riesen-Chance, die Vale diesmal aber mit grandioser Fußabwehr zunichte machte (50.). Das Kräfteschonen von Seiten der Eintracht nahm ab der 56. Minute seinen Anfang - Jetro Willems ersetzte Marathon-Mann Danny da Costa.

Trotz Frankfurter Schongang gelang den zypriotischen Gästen weiterhin kaum etwas, während die Hausherren, die wie nimmermüde Aufzieh-Männchen wirkten, Chance um Chance kreierten. Eine schlechte Nachricht brachte dann die verletzungsbedingte Auswechslung von Kapitän David Abraham, der die Binde an Marco Russ weitergab (67.).

Der SGE-Überlegenheit tat dies jedoch keinerlei Abbruch, auch wenn es zehn Minuten vor dem Ende noch ein wenig Slapstick im Eintracht-Strafraum gab: eine Dreifach-Chance nutzte Apollon aber nicht zum Anschluss (80.). Kurz darauf wurde es nochmal so richtig laut, als Jovic den fleißigen Rebic ersetzte (81.). Ein Treffer blieb dem Fünferpacker aber aufgrund einer starken Vale-Parade verwehrt (88.).

Nach gleich drei Auswärtspartien in Nürnberg (28. Oktober), Stuttgart (2. November) und Limassol (8. November) empfängt die SGE am 11. November den FC Schalke 04 zum nächsten Heimspiel.

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