Frankreich fliegt erneut Luftangriffe auf IS in Syrien

Archivbild: Luftangriff auf den IS in Syrien.
Archivbild: Luftangriff auf den IS in Syrien.

Vier Tage nach den tödlichen Terrorangriffen von Paris hat die französische Luftwaffe erneut die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien angegriffen.

Die Bombardements richteten sich gegen die IS-Hochburg Al-Rakka, wie die Nachrichtenagentur AFP am Dienstagmorgen unter Berufung auf die französischen Streitkräfte berichtete.

Ziele seien ein Kommandozentrum und ein Ausbildungszentrum gewesen. Auch am Sonntagabend hatten französische Flugzeuge Al-Rakka bombardiert.

Frankreichs Luftwaffe fliegt bereits seit September 2014 als Teil einer US-geführten Koalition Angriffe gegen IS-Stellungen im Irak.

Frankreich will im Kampf gegen den Terrorismus die europäischen Partner in die Pflicht nehmen.

Der Eiffelturm in Paris erstrahlte am Montag in den Landesfarben.
Der Eiffelturm in Paris erstrahlte am Montag in den Landesfarben.

Dazu soll Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian an diesem Dienstag offiziell die Unterstützung der anderen EU-Staaten anfordern. Diplomaten bestätigten am Montagabend in Brüssel, dass ein entsprechendes Hilfsgesuch beim Treffen der EU-Verteidigungsminister präsentiert werden soll. In Paris empfängt Präsident François Hollande zugleich US-Außenminister John Kerry.

Die Verteidigungsminister der Europäischen Union kommen am Dienstagmorgen in Brüssel zusammen, für Deutschland reist Ressortchefin Ursula von der Leyen (CDU) an. Nach Angaben von Diplomaten will sich die französische Regierung bei ihrem Gesuch auf Artikel 42 Absatz 7 des EU-Vertrages berufen. Dort heißt es: "Im Falle eines bewaffneten Angriffs auf das Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats schulden die anderen Mitgliedstaaten ihm alle in ihrer Macht stehende Hilfe und Unterstützung."

Welche Art von Unterstützung sich Frankreich konkret vorstellt, war nach Angaben aus EU-Kreisen zunächst unklar. Diplomaten sagten, es könne um einen eher symbolischen Akt gehen, vielleicht aber auch um sehr konkrete Maßnahmen wie einen intensiveren Austausch von Geheimdienstinformationen.

Die Polizei fahndet international weiter nach flüchtigen Komplizen der Attentäter, die am Freitagabend in Paris 129 Menschen getötet hatten, darunter mindestens zwei Deutsche.

Mit Haftbefehl gesucht wird der 26-jährige Belgier Salah Abdeslam, ein Bruder eines Selbstmordattentäters von Paris. Ein Drahtzieher der Attacken könnte der gesuchte belgische Islamist Abdelhamid Abaaoud sein.

Der 28-Jährige, der als meistgesuchter Islamist Belgiens gilt, soll sich zuletzt in Syrien aufgehalten und dort für den IS gekämpft haben.

Belgien erhöhte die Terrorwarnstufe auf "3". Das bedeutet, ein Anschlag sei möglich oder wahrscheinlich. Das Länderspiuel Belgien gegen Spanien wurde unterdessen abgesagt.

Große Menschenansammlungen stellten eine besondere Gefahr dar, hieß es zur Begründung für die Spielabsage.

Update 15:45 Uhr

Russlands Präsident Wladimir Putin hat seinen Streitkräften einen gemeinsamen Einsatz mit Frankreich in Syrien angeordnet. Die Franzosen sollten wie Verbündete behandelt werden, erklärte er am Dienstag in Moskau.

Fotos: dpa Etienne Laurent (1), Sedat Suna (1)


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