Europameister Zeidler: Die ungewöhnliche Karriere des Ruderers

Sachsen - Bei der Ruder-Europameisterschaft hat Oliver Zeidler im Einer die Goldmedaille geholt. Erst seit zweieinhalb Jahren ist der 22-Jährige im Rudersport aktiv.

Zehn Jahre lang war Oliver Zeidler im Leistungsschwimmen erfolgreich. Vor zweieinhalb Jahren entschied er sich schließlich vom Wasser ins Boot zu wechseln und startete seine Karriere als Ruderer.

Eine Entscheidung, die sich ohne Frage für den 22-jährigen Deutschen, aber auch für den Deutschen Ruderverband, der ihn selbst als 6er im Lotto bezeichnet, gelohnt hat.

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Bei der Europameisterschaft in Luzern zog er mit einer grandiosen Leistung im Einer nun auch die internationale Aufmerksamkeit auf sich.

So setzte er sich eindrucksvoll gegen die europäische Konkurrenz durch und sicherte sich die Goldmedaille. Begleitet von seinem Großvater, der hier schon vor Jahrzehnten große Erfolge als Ruderer feierte und seinem Vater, der gleichzeitig sein Trainer ist, meisterte er eine weitere Hürde auf dem Weg zu seinem ganz großen Ziel.

Bei den nächsten Olympischen Spielen will sich Zeidler im Einer eine der begehrten Olympia-Medaillen sichern.

Dass er dafür auf einem guten Weg ist, ist nicht nur der internationalen Rudersportwelt klar.

Auch der Deutsche Ruderverband mit Cheftrainer Ralf Holtmeyer sieht ihn auf einem guten Weg. Demnach bringe Zeidler hervorragende physische Voraussetzungen für den großen Erfolg mit.

Darüber hinaus gehöre er aber auch den Ruderern, die selbst im Boot locker bleiben und so scheint es, als habe sich Zeidler das gute Gefühl, dass er als Schwimmer im Wasser hatte, beim Wechsel seines Sports bewahrt.

Doch der Erfolg innerhalb so kurzer Zeit kommt für den 22-Jährigen nicht von ungefähr. Vor allem das harte, disziplinierte Training brachte ihn im Rudersport voran. Bis heute verbringt er die Zeit am Morgen unmittelbar nach dem Aufstehen im Keller seines Hauses.

Im hauseigenen Fitnessstudio im Keller lassen sich gleich morgens die ersten Trainingseinheiten absolvieren, um mit dem Rudergerät vorrangig Muskeln aufzubauen und zu stärken.

Die Faszination für den Rudersport kommt nicht von ungefähr, sondern wurde ihm in die Wiege gelegt. Schon sein Großvater siegte vor 50 Jahren auf dem Rotsee in Luzern. Er schenkte seinem Enkel, als dieser noch in die Kinderschuhe passte, eine der errungenen Medaillen.

Die Liebe zum Rudern liegt den Zeidlers im Blut und ist es wohl auch, die die gesamte Familie antreibt.

Ausgesprochen aktiv war Oliver Zeidler schon als kleiner Junge, wie die Eltern gern berichten. So gehörte er zu den Kindern, die auch ohne viel Schlaf auskommen. Erst ab Schulbeginn schlief der amtierende Europameister im Einer nach Erklärungen seines Vaters regelmäßig durch. Vorher sei daran nicht zu denken gewesen.

Schnell entdeckte er die Faszinations fürs Wasser, konzentrierte sich aber zunächst auf das Schwimmen als Leistungssport. Zeidler war dabei stets kräftiger und größer als viele seiner Altersgenossen und konnte seine Power von Beginn an gut in den Sport übertragen. Auch im Schwimmen waren ihm die Erfolge sicher.

Seine Disziplin, Hartnäckigkeit und Power haben sich längst ausgezahlt. Zeidler ist unumstrittener Teil der Ruderwelt-Spitze. Sein Wechsel in den Sport ist vor allem für den Deutschen Ruderverband ein echter Glücksfall.

Auch wenn mit dem Titel als Europameister jetzt der Druck wächst, ist man sich einig: Zeidler ist auf dem besten Weg sein Ziel bei den Olympischen Spielen zu erreichen.


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