Europas größter Softwarehersteller SAP stellt Bilanz vor

Walldorf - Europas größter Softwarehersteller SAP stellt am Dienstag seine Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr vor.

Christian Klein (l.), Bill McDermott, Jennifer Morgan (r.).
Christian Klein (l.), Bill McDermott, Jennifer Morgan (r.).

Das vom Börsenwert her wertvollste deutsche Unternehmen will seine Bilanz gegen 7.00 Uhr veröffentlichen, ehe um 10 Uhr am Konzernsitz in Walldorf eine Pressekonferenz mit den beiden Vorstandschefs Jennifer Morgan und Christian Klein geplant ist.

Für das neue Führungsduo ist es der erste größere öffentliche Auftritt in Deutschland seit Amtsantritt. Morgan und Klein hatten Mitte Oktober die Nachfolge des bisherigen Konzernchefs Bill McDermott angetreten.

Analysten gingen vor Bekanntgabe der Zahlen von einem Plus beim Umsatz, allerdings mit einem Rückgang beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern aus.

Gründe dafür sind den Experten zufolge beispielsweise Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen sowie hohe Kosten für den Konzernumbau.

Vor rund einem Jahr hatte SAP die erste größere Umbaurunde seit langem angestoßen, bis zu 4400 Mitarbeiter sollten in andere Funktionen wechseln oder auch mittels Abfindungen die Firma verlassen. Ungeachtet dessen wird insgesamt mit einem Anstieg der Mitarbeiterzahl gerechnet, da das Unternehmen in Wachstumsbereichen weiter einstellt.

Ende September 2019 hatte SAP fast 100.000 Mitarbeiter und damit bereits fast 3500 mehr als zum Jahresende 2018.

Update: 7.15 Uhr

Gewinneinbruch wegen Umbau

Das Logo des Softwarekonzerns SAP ist vor dem SAP Gästeaus zu sehen.
Das Logo des Softwarekonzerns SAP ist vor dem SAP Gästeaus zu sehen.  © Uwe Anspach/dpa

Europas größter Softwarehersteller SAP hat im vergangenen Jahr im Tagesgeschäft deutlich profitabler abgeschnitten.

Weil der Konzern aber viel Geld für einen Stellenabbau ausgab, ging der Gewinn um 17 Prozent auf 3,39 Milliarden Euro zurück, wie der Dax-Konzern am Dienstag in Walldorf mitteilte.

Das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis kletterte um 15 Prozent auf 8,21 Milliarden Euro und fiel damit wie von Analysten erwartet aus. Die operative Marge stieg von 29 Prozent ein Jahr zuvor auf 29,7 Prozent, auch weil die Geschäfte mit Software zur Miete aus dem Internet (Cloud) deutlich mehr Gewinn abwarfen.

Zukäufe und das starke Wachstum mit Cloudprogrammen sorgten beim Umsatz für ein Plus von 12 Prozent auf 27,6 Milliarden Euro. Finanzchef Luka Mucic sprach davon, die eigene Jahresprognose zum fünften Mal in Folge erreicht zu haben.

Für das gerade begonnene Jahr nimmt sich SAP ein etwas stärkeres Wachstum bei Umsatz und Ergebnis vor als zuletzt in Aussicht gestellt. Beim um Sondereffekte bereinigten Betriebsergebnis strebt das Management um die Co-Chefs Jennifer Morgan und Christian Klein auf der Basis konstanter Wechselkurse einen Wert zwischen 8,9 und 9,3 Milliarden Euro an. Das sind am oberen Ende der Prognosespanne 200 Millionen Euro mehr als bisher veranschlagt. Der Konzern rechnet damit, dass der Anstieg der Profitabilität sich in diesem Jahr beschleunigen wird.

Der Gesamtumsatz soll 2020 zwischen 29,2 und 29,7 Milliarden Euro landen und damit über der bisher ausgegebenen Marke von maximal 29,2 Milliarden Euro.

Titelfoto: Uwe Anspach/dpa

Mehr zum Thema Stuttgart Wirtschaft:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0