"Defender Europe 20" nimmt Fahrt auf: US-Armee verlädt Panzer in deutschem Hafen

Bremerhaven - Im Rahmen der anlaufenden militärischen Großübung "Defender Europe 20" entladen die US-Streitkräfte am Freitag in Bremerhaven ein erstes Frachtschiff mit Panzern und Fahrzeugen.

Friedensaktivisten demonstrieren beim Einlaufen des Frachters "Endurance" gegen die Nato-Großübung.
Friedensaktivisten demonstrieren beim Einlaufen des Frachters "Endurance" gegen die Nato-Großübung.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Die "Endurance" machte am Donnerstag an den Kajen in Bremerhaven fest. Am Hamburger Flughafen werden am Freitag zudem weitere US-Soldaten landen, die auf verschiedene Standorte verteilt werden.

Bei der Entladeaktion in Bremerhaven ist der Europa-Kommandeur der US-Armee, General Christopher G. Cavoli, vor Ort. Auch der Inspekteur der Streitkräftebasis, General Martin Schelleis, wird erwartet.

Für Samstag haben Friedensaktivisten zu einer Demonstration gegen die Übung in Bremerhaven aufgerufen. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hatte bereits bei der Ankunft der "Endurance" in Bremerhaven protestiert.

Die Bundeswehr rechnet mit weiteren Protesten. "Die Polizei ist darauf eingestellt, dies im üblichen Wege zu bereinigen. Proteste sind legitim. Straftaten sind es nicht", sagte Schelleis.

Bei "Defender Europe 20" werden insgesamt rund 20.000 Soldaten aus den USA und 9000 aus Standorten in Europa nach Polen und ins Baltikum verlegt. Dort trainieren sie die Einsatzfähigkeit an der Nato-Außengrenze.

Die Bundeswehr nimmt selbst an der Übung teil und unterstützt die US-Army zudem bei der Logistik. Im niedersächsischen Garlstedt wurde eine Zeltstadt für 2000 US-Soldaten aufgebaut.

Update, 7.25 Uhr: US-Soldaten landen in Hamburg

Ein US-Soldat steht mit seinem Gepäck vor dem Flugzeug, während seine Kameraden noch aussteigen.
Ein US-Soldat steht mit seinem Gepäck vor dem Flugzeug, während seine Kameraden noch aussteigen.  © citynewstv.de

Im Rahmen der laufenden Großübung "Defender Europe 20" ist am Freitag die dritte Maschine mit US-Soldaten auf dem Hamburger Flughafen eingetroffen.

Die Soldaten wurden am frühen Morgen von US-Generalkonsul Darion Akins begrüßt. Anschließend wurden die Soldaten per Bus zu weiteren Zielorten für die Übung gebracht.

Insgesamt kommen rund 20.000 US-Soldaten im Rahmen der Übung nach Europa, davon rund 7000 über Hamburg. Sie nehmen an der größten Verlegeübung der vergangenen 25 Jahre teil mit insgesamt 37.000 Teilnehmern aus 18 Staaten. Die Übung läuft von Januar bis Mai und dient dazu, Verfahren und Abläufe bei der Verlegung von starken militärischen Kräften im großen Stil zu üben. Es gibt auch Übungsabschnitte mit Gefechtshandlungen, aber der Schwerpunkt liegt bei der Logistik.

Die Übung stelle einerseits eine Vergewisserung über die Beistandsverpflichtungen im Bündnis und insbesondere über das Engagement der USA für die Sicherheit Europas dar, heißt es in einer Handreichung der Bundeswehr. Andererseits gingen von "Defender Europe 20" deutliche Signale der Abschreckung von Übergriffen auf Nato-Staaten aus.

Eine Panzerhaubitze der US-Armee vom Typ M109A6 wird während der Übung "Defender-Europe 2020" auf einen Schwerlasttransporter der Bundeswehr verladen.
Eine Panzerhaubitze der US-Armee vom Typ M109A6 wird während der Übung "Defender-Europe 2020" auf einen Schwerlasttransporter der Bundeswehr verladen.  © Philipp Schulze/dpa

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