Datenpanne in JVA: Stick mit Mitarbeiter-Infos bleibt verschwunden

Euskirchen – Der USB-Stick ist bis heute nicht wieder aufgetaucht. Das NRW-Justizministerium ist über die Panne in der JVA Euskirchen massiv verärgert.

In der JVA Euskirchen sind die Gefangenen im offenen Vollzug untergebracht.
In der JVA Euskirchen sind die Gefangenen im offenen Vollzug untergebracht.  © DPA

Es werde untersucht, ob ein Anfangsverdacht bestehe "wegen Delikten, die im Zusammenhang stehen mit Datenmissbrauch", sagte ein Sprecher der dortigen NRW-Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime am Mittwoch auf Anfrage.

Am Dienstagabend sei eine Strafanzeige der Justizvollzugsanstalt eingegangen. Ob gegen eine oder mehrere Personen ein Anfangsverdacht geprüft werde, sagte er nicht.

Den Datenträger hatte ein JVA-Mitarbeiter auf dem Parkplatz verloren, er war in die Hand eines Häftlings gelangt. (TAG24 berichtete)
Laut Gefängnisleitung ist unklar, wo sich der USB-Stick befindet.

Auf dem Stick seien Beurteilungen der Beamten zu Leistung und Befähigung, Namen und Geburtsdatum gespeichert, bei wenigen auch Wohnort und Telefonnummer.

Die JVA kenne den Häftling, der den Stick an sich genommen hatte und habe die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Aber auch gegen den Gefängnis-Mitarbeiter stellte die Anstalt Strafanzeige.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Strafvollzug (BSBD), René Müller, kritisierte, der Mitarbeiter habe einen großen Fehler gemacht. Zu klären sei, warum er überhaupt sensible Daten auf einen Stick gezogen und mitgenommen habe. "Ganz klar ist: in unserem Bereich sind Personendaten immer von ganz besonderer Relevanz."

Auch das Justizministerium weiß weiter nicht, wo der Stick geblieben ist, sagte ein Sprecher.

Titelfoto: DPA


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