Eutritzscher Freiladebahnhof verkauft: Leipzig kündigt juristische Prüfung an

Leipzig - Die Errichtung eines neuen Stadtteils auf dem Eutritzscher Freiladebahnhof in Leipzig zählt derzeit zu den größten Projekten der Messestadt. Nun hat sich der bisherige Eigentürmer, die CG Gruppe, überraschend einen Partner für das Vorhaben gesucht und das Gelände verkauft. Die Leipziger Stadtverwaltung hat bereits eine umfassende juristische Prüfung angekündigt.

Neuer Streit um den Eutritzscher Freiladebahnhof in Leipzig.
Neuer Streit um den Eutritzscher Freiladebahnhof in Leipzig.  © 123rf/meinzahn

Der für nächste Woche geplante Ratsbeschluss sei bereits überarbeitet worden. "Die Stadt nimmt dabei zur Kenntnis, dass die CG Gruppe AG ihren vertraglichen festgeschriebenen Informationspflichten gegenüber der Verwaltung nicht nachgekommen ist", teilte die Verwaltung mit.

Nun müsse juristisch geprüft werden, "wie der bereits geschlossene Städtebauliche Vertrag für das Areal auch für den neuen Eigentümer gilt und dieser fortgeführt werden kann. Es steht die Frage, inwieweit es der Stadt zuzumuten ist, mit einem ihr unbekannten neuen Eigentümer zusammenzuarbeiten."

Während auf dem Gelände des Freiladebahnhofs bereits die ersten Arbeiten beginnen, hat die CG-Gruppe sich nun einen neuen Partner für das Projekt gesucht, der künftig als neuer Eigentümer fungieren sollen. Gegenüber der "Leipziger Volkszeitung" soll ein Sprecher der Gruppe erklärt haben, dass es sich dabei um ein Unternehmen aus Österreich handle. Wer genau dahinter steckt, wurde allerdings noch nicht bekannt gegeben.

Die CG-Gruppe wolle den Stadtteil weiterhin entwickeln und bauen. Alle Ansprechpartner sollen dieselben bleiben. Gleichzeitig habe der Sprecher jedoch eingeräumt, dass die Stadt erst kurzfristig in den Verkaufsprozess eingebunden wurde.

Leipzigs SPD-Fraktion kritisierte das Vorgehen der Gruppe. "Wir halten es für schlechten Stil, dass die CG-Gruppe ihren vertraglichen Informationspflichten zum Verkauf des Geländes nicht nachgekommen ist", erklärte Fraktionschef Christopher Zenker gegenüber der "LVZ". Ein Beschluss in der kommenden Woche käme für die Sozialdemokraten nur unter Vorbehalt einer juristischen Prüfung infrage.

CDU-Stadträtin Sabine Heymann soll hingegen erklärt haben, dass lediglich entscheidend sei, die Verträge inhaltlich exakt einzuhalten, damit die Stadt schnell an die benötigten Schulen, Kitas, Wohnungen und Gewerbeflächen komme.

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