Experte warnt vor Kontakten ins Jenseits

Wer sich auf Esoterik einlässt, sollte auf die Qualifikationen der Berater achten und klare finanzielle Absprachen treffen, rät Andreas Hahn. (Symbolbild)
Wer sich auf Esoterik einlässt, sollte auf die Qualifikationen der Berater achten und klare finanzielle Absprachen treffen, rät Andreas Hahn. (Symbolbild)  © DPA

Verl/Bielefeld - Esoterik ist ein Geschäft geworden - und das mit großem Erfolg. Menschen zahlen viel für Bachblüten-Tropfen, Pendeln oder Kontakte ins Jenseits.

Ein Sektenexperte aus Westfalen ist allerdings sehr kritisch mit seinen Einschätzungen gegenüber Personen, die behaupten, übernatürliche Kräfte zu haben. Wie etwa Petra Friedrich, die glaubt in direktem Kontakt mit Engeln zu stehen.

Sowohl der Sektenbeauftragte der evangelischen Kirche von Westfalen, Andreas Hahn, als auch Petra Friedrich sind in der aktuellen Sendung "daheim - unterwegs" im WDR zu sehen.

Bei ihren Beratungen vermittle Friedrich nach eigener Aussage Botschaften von Schutzengeln an deren Schützlinge. Sie sei hellsichtig und nehme dadurch „Schwingungen oder Informationen aus der geistigen Welt" wahr, berichtet die Neue Westfälische.

Die Existenz von Engeln hält Hahn, ehemals Pfarrer in Verl und Halle sowie Religionslehrer in Bielefeld, nicht für unrealisitisch. Eine Welt des Jenseits könnte er sich sogar vorstellen, sagte er. Allerdings hält er klare Weisungen und Botschaften für Engeln für unrealistisch, das sei "zu einfach".

In der Sendung überzeugt das eingeladene Engelmedium den WDR-Mitarbeiter offensichtlich nicht von ihren Fähigkeiten. Hahn hingegen hat als Sektenbeauftragter häufig mit Menschen zu tun, die sich voll auf die Esoterik eingelassen haben oder aber mit deren Angehörigen, die sich beraten lassen.

Menschen verändern sich, investieren übermäßig viel Geld, das sei grenzwertig, so Hahn. Er rät den Kunden esoterischer Berater dazu, genaue finanzielle Absprachen zu treffen, auf Qualifikationen zu achten und bei großen Versprechungen auf Heilung vorsichtig zu sein.

Die größte Gefahr sieht Hahn aber im persönlichen Kontakt, auf den sich die Kunden einlassen. Oft hätten die Berate keine Selbstanalyse gemacht, wie dies in der Psychotherapie üblich sei, sagt Hahn und gibt zu bedenken: "Wenn man in seelische Zustände eingreift, werden auch Dinge ans Tageslicht gefördert, die nicht gut sind und wer hat das dann noch in der Hand?"

Aus verdrängten Traumata, so Hahn gegenüber der Neuen Westfälischen, könnten ohne fachkundige Begleitung noch ernstere psychische Erkrankungen folgen.

Titelfoto: DPA


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