Experten schlagen Alarm: Judenhass in Ostdeutschland wächst, AfD der Auslöser?

Berlin/Potsdam - Laut Experten ist es nicht von der Hand zu weisen: Der Judenhass in Ostdeutschland hat dramatische Auswüchse angenommen. Daher werden die Forderungen nach Antisemitismusbeauftragten lauter, wie Der Tagesspiegel berichtet.

Ein Mann trägt in einer Synagoge eine Kippa mit einem aufgenähtem Stern.
Ein Mann trägt in einer Synagoge eine Kippa mit einem aufgenähtem Stern.  © Fredrik Von Erichsen/dpa (Symbolbild)

"Der Antisemitismus hat stark zugenommen, in allen Bereichen, weit in die Mitte der Gesellschaft hinein", sagte Susanne Krause-Hinrichs, Geschäftsführerin der F.C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz, am Freitag auf einer Tagung in Potsdam.

Die Zunahme antisemitischer Vorfälle gefährde die Demokratie, heißt es weiter. Um der Entwicklung Einhalt zu bieten, fordern Experten Konsequenzen. Nicht nur auf Bundesebene, sondern auch auf Landesebene in den neuen Bundesländern sollen Antisemitismusbeauftragte eingesetzt werden, so Krause-Hinrichs.

Noch in diesem Jahr werden in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz eigene Antisemitismusbeauftragte die Arbeit aufnehmen. Doch damit sei es nicht getan.

Wie Krause-Hinrichs sagte, müssen Polizisten, Lehrkräfte und Juristen auf das Problem stärker sensibilisiert werden.

Gideon Bosch, Rechtsextremismus-Experte am Moses-Mendelssohn-Zentrums für europäisch-jüdische Studien Potsdam (MMZ), sieht auch die AfD als Verantwortlichen für die Entwicklung: "Hier sind die Schleusen des Hasses bewusst geöffnet worden." Grenzüberschreitungen und die "Diskreditierung ganzer Bevölkerungsgruppen" haben schließlich dazu beigetragen.

Aber nicht nur Rechtsextremismus führt zum wachsenden Judenhass. Mangelnde Geschichtskenntnisse und negative Stereotypen aus Zeiten des DDR-Regimes, bekräftigen antisemitische Vorurteile.

Titelfoto: Fredrik Von Erichsen/dpa (Symbolbild)


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