"Kosten dramatisch gefallen": Wie geht es weiter mit der Windenergie?

Hamburg - Wie geht es weiter mit der Offshore-Windenergie in Europa? Experten wollen ausloten, wie sich die weiteren Chancen für Windkraftwerke entwickeln.

Serviceboote bringen Monteuere zu den Windrädern des Offshore-Windparks "Baltic 2".
Serviceboote bringen Monteuere zu den Windrädern des Offshore-Windparks "Baltic 2".  © DPA

Mehr als 200 Experten aus dem In- und Ausland kommen am Dienstag in Hamburg zusammen, um bei einer Fachkonferenz über den künftigen Entwicklungspfad, Chancen und Risiken der Windenergie auf dem Meer zu diskutieren. Dabei sollen auch Forderungen an die Politik formuliert werden.

Hamburg ist ein Zentrum für die Konzeption und Planung der Offshore-Windenergie in Deutschland und Europa. Die Branche fordert seit längerem im Einklang mit den norddeutschen Landesregierungen, die Ausbauziele für die Offshore-Windenergie kräftig heraufzusetzen.

Der neue Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat sich dazu bislang nicht geäußert. Die Branche hat in den vergangenen Jahren einen Aufschwung genommen und große technologische Fortschritte erzielt.

"Die Kosten sind in den vergangenen 18 Monaten dramatisch gefallen", sagte Giles Dickson, Präsident Wind Europe, zur aktuellen Lage auf dem Markt. "Die jüngsten Ausschreibungen in den Niederlanden, Deutschland, Dänemark und Großbritannien haben Preise erzielt, die rund 50 Prozent niedriger sind als das, was vor nur zwei Jahren als normal betrachtet wurde."

Spiekeroog: Windräder und Steuerplattform des Offshore-Windparks "Nordsee 1".
Spiekeroog: Windräder und Steuerplattform des Offshore-Windparks "Nordsee 1".  © DPA

Größere Turbinen hätten bei diesen Kostensenkungen eine wichtige Rolle gespielt. "Um die gegenwärtigen Kostenreduzierungen zu halten, muss Europa mindestens vier Gigawatt Leistung pro Jahr bauen", sagte Dickson. "Deutschland als einer der wichtigsten Märkte sollte mehr als die bislang geplanten 730 Megawatt pro Jahr realisieren."

Ähnlich sieht es Torben Hvid Larsen, Technik-Vorstand von Vestas, dem führenden Hersteller von Offshore-Windkraftanlagen: "Wir sind überzeugt davon, mit innovativen, kosteneffizienten großen Anlagen Offshore-Windparks mit dem anvisierten Preisniveau zu ermöglichen." Vestas bietet die gegenwärtig größte Windkraftanlage mit einer Leistung von 9,5 Megawatt an.

Die Konferenz "Hamburg Offshore Wind 2018" wird ausgerichtet vom Netzwerk Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH) und dem technischen Dienstleistungsunternehmen DNV GL.

Titelfoto: DPA


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