Bundeswehr im IS-Krieg. Steigt jetzt die Terror-Gefahr bei uns?

Bereits ab Januar könnten die ersten Aufklärungsflüge von der Türkei aus starten.
Bereits ab Januar könnten die ersten Aufklärungsflüge von der Türkei aus starten.

Berlin - Die Bundesregierung will schon kommende Woche mit der Stationierung von Tornados in der Türkei beginnen. Der Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) könnte laut Experten rund 10 Jahre dauern.

Durch den Einsatz befürchten viele eine zunehmende Bedrohung durch Terroranschläge in Deutschland.

Am Dienstag wurde vom Kabinett der Einsatz von bis zu 1200 Bundeswehrsoldaten beschlossen, die vor allem in Syrien und dem Irak Luftangriffe fliegen sollen. Der Bundestag wird am Freitag endgültig darüber entscheiden.

Die Zustimmung der schwarz-roten Koalition gilt als sicher, während die Linksfraktion eine Verfassungsklage in Betracht zieht.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vermied das Wort Krieg. "Es handelt sich um einen militärischen Einsatz", sagte sie in Berlin.

Einsatzgebiete der Bundeswehr wären neben Syrien und dem Irak auch das östliche Mittelmeer, das Rote Meer, der Persische Golf sowie "angrenzende Seegebiete". Insgesamt sollen bis zu sechs "Tornados" in Incirlik stationiert werden.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen treibt den Bundeswehreinsatz gegen den IS voran.
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen treibt den Bundeswehreinsatz gegen den IS voran.

Die Mission ist zunächst auf ein Jahr befristet. Verlängerungen müssen vom Bundestag genehmigt werden.

Jedoch gab der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, André Wüstner, gegenüber der ARD zu bedenken: "Ich gehe davon aus, dass dieser Kampf, wenn man ihn ernsthaft betreibt, weit über zehn Jahre andauern wird."

Für 2016 kalkuliert die Regierung Kosten von rund 134 Millionen Euro für den Einsatz ein.

Eine große Mehrheit der Bundesbürger befürchtet eine wachsende Anschlagsgefahr durch die deutsche Beteiligung am Kampf gegen den IS.

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur rechnen 71 Prozent mit einer größeren Bedrohung, nur 18 Prozent glauben nicht daran. Trotzdem ist der Rückhalt für die Mission mit 45 Prozent relativ hoch.

Der Chef der Innenministerkonferenz, der rheinland-pfälzische Ressortchef Roger Lewentz (SPD), erwartet keine weitere zunehmende Gefährdung.

"Die Bedrohungslage ist hier spätestens seit den jüngsten Attentaten bei unserem Nachbarn Frankreich längst da", sagte er.

Fotos: dpa/Carsten Rehder (1), dpa/Friso Gentsch (1)


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