Explosives Erbe: Deutlich mehr Bombenfunde in NRW als im Vorjahr

Essen - In den ersten drei Quartalen des Jahres 2018 sind in Nordrhein-Westfalen bereits deutlich mehr Bomben gefunden worden als im gesamten Vorjahr.

Der Bombenentschärfer Jost Leisten zeigt in Düsseldorf den Zünder einer entschärften Bombe.
Der Bombenentschärfer Jost Leisten zeigt in Düsseldorf den Zünder einer entschärften Bombe.  © DPA

Nach vorläufigen Zahlen des Innenministeriums wurden im Zeitraum von Januar bis Ende September 2138 Bomben entdeckt und entschärft.

Im gesamten Jahr 2017 waren es nur 1946 Bombenfunde gewesen. Im Jahr 2016 lag die Zahl noch bei 1392 Bomben.

"Die Bombenfunde sind im vergangenen Jahr stark gestiegen. Die Zahlen belegen, dass die Kampfmittelbeseitigung auch 73 Jahre nach Kriegsende noch von höchster Bedeutung ist", sagte NRW-Innenminister Herbert Reul. "Ein großes Dankeschön gilt daher den Kampfmittelbeseitigern für ihre unermüdliche Arbeit.“

Die Bezirksregierung Arnsberg, in deren Bereich mit 931 Funden ein Schwerpunkt lag, erklärte das erhöhte Fundaufkommen mit normalen Schwankungen, erhöhter Sensibilisierung seitens der Kommunen und vermehrter Bautätigkeiten.

Ausgelöst durch den heißen Sommer kam es außerdem zu niedrigen Wasserständen. Am Rhein erhöhte sich deshalb das Fund-Aufkommen von September bis Oktober erkennbar.

675.000 Tonnen Sprengstoff über NRW abgeworfen

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 8.938 Kampfmittel gefunden und geräumt. Dazu zählen neben Bomben auch Granaten, Minen und weitere Sprengmittel.

Aus dem Landeshaushalt wurden im vergangenen Jahr über 19 Millionen Euro für die Kampfmittelbeseitigung aufgewendet.

Es wird davon ausgegangen, dass während des Zweiten Weltkriegs ungefähr 675.000 Tonnen Sprengstoff auf Nordrhein-Westfalen abgeworfen wurden. Hinzu kommt noch Munition durch die Kämpfe am Boden.

Titelfoto: DPA

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