Klima-Protest in Berlin: Polizei räumt Potsdamer Platz

Berlin - Mit Blockaden und anderen Protestaktionen will die Umweltschutzbewegung Extinction Rebellion von Montag an in Berlin und anderen Großstädten in aller Welt auf die drohende Klimakatastrophe aufmerksam machen.

"Blockieren statt Krepieren" und "Systemwandel statt Klimawande" stehen auf den Transparenten auf dem Protestcamp
"Blockieren statt Krepieren" und "Systemwandel statt Klimawande" stehen auf den Transparenten auf dem Protestcamp  © Annette Riedl/dpa

Aktionen soll es unter anderem in London, Paris, Madrid, Amsterdam, New York, Buenos Aires sowie in den australischen Städten Sydney, Melbourne und Perth geben.

In Berlin will die Gruppierung unter anderem den Straßenverkehr an zentralen Knotenpunkten wie dem Potsdamer Platz behindern. Die Aktionen sollen mindestens eine Woche lang andauern.

Extinction Rebellion (auf Deutsch etwa: Rebellion gegen das Aussterben) kommt ursprünglich aus Großbritannien. Nach eigenen Angaben gibt es die Gruppe seit November vorigen Jahres auch in Deutschland. Sie fordert unter anderem, dass die nationalen Regierungen sofort den Klimanotstand ausrufen.

Zu den Blockaden erklärt die Gruppe: "Wir stören den alltäglichen Betriebsablauf, der unsere Lebensgrundlagen zerstört. Wir setzen den Protest so lange fort, bis die Regierungen angemessen reagieren."

Zu den Forderungen gehört, dass die nationalen Regierungen den Klimanotstand ausrufen. Alle politischen Entscheidungen, die der Bewältigung der Klimakrise entgegenstünden, müssten revidiert werden. Schon bis 2025 müssten die vom Menschen verursachten Treibhausgas-Emissionen auf netto Null senken, verlangt die bisher nur lose organisierte Gruppe.

In Berlin hatte sie bereits am Wochenende ein Protestcamp vor dem Kanzleramt errichtet, in dem sich Menschen aus ganz Deutschland eingerichtet haben.

Update, 18.30 Uhr

Am Potsdamer Platz hat die Polizei am Montagnachmittag damit begonnen, die Kundgebung der Klimaaktivisten von Extinction Rebellion zu räumen. Nachdem die Beamten zunächst Möbel von der Straße räumten, die die Demonstranten zuvor aufgebaut hatten, wurden auch die ersten Aktivisten fortgetragen, wie ein dpa-Reporter berichtete. Anschließend überprüften die Beamten die Personalien der Demonstranten.

Update, 17.50 Uhr

Am Potsdamer Platz hat die Polizei am Montagnachmittag angekündigt, die Kundgebung der Klimaaktivisten von Extinction Rebellion zu räumen. Nach mehreren Durchsagen versuchte sie es aber weiter mit Gesprächen und bot den Demonstranten an, ihre Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz fortzusetzen. Zunächst trugen die Beamten Möbel von der Straße, die Demonstranten zuvor aufgebaut hatten. Die Demonstration war nur bis 14.00 Uhr angemeldet, die Demonstranten besetzten danach aber auch weiterhin die Straßen.

Am Großen Stern in Tiergarten müssen sich Autofahrer weiter auf Behinderungen einstellen. "Die Zufahrten zum Großen Stern bleiben bis auf Weiteres gesperrt", sagte ein Polizeisprecher am Montagnachmittag der Deutschen Presse-Agentur.

Eine Sprecherin der Gruppe kündigte an, dass Aktivisten an der Siegessäule übernachten wollen. Dort legten sich Menschen am frühen Abend nebeneinander und steckten ihre Arme in Plastikrohre, um sich so miteinander zu verbinden.

Rot gekleidete Aktivisten der Klimabewegung "Extinction Rebellion" führen zum Auftakt ihrer Aktionswoche "Berlin blockieren" bei einer Blockade der Zufahrten zum Großen Stern an der Siegessäule eine Aufführung auf.
Rot gekleidete Aktivisten der Klimabewegung "Extinction Rebellion" führen zum Auftakt ihrer Aktionswoche "Berlin blockieren" bei einer Blockade der Zufahrten zum Großen Stern an der Siegessäule eine Aufführung auf.  © Christophe Gateau/dpa

Update, 14.08 Uhr - Neubauer von Fridays for Future unterstützt Extinction Rebellion

Luisa Neubauer von Fridays for Future hat die Proteste von Extinction Rebellion in Berlin unterstützt. "Wir brauchen Menschen, die in Massen, in nie dagewesenen Massen auf die Straßen gehen und anfangen, Teil der Lösung zu werden", sagte Neubauer in einer Rede vor Hunderten Zuhörern am Potsdamer Platz.

Das Problem in Deutschland sei nicht nur eine resignierte Politik. "Es ist auch eine Gesellschaft, die vergessen hat, politisch zu sein."

Neubauer ist eines der führenden Gesichter von Fridays for Future in Deutschland. Die Protestbewegung ruft freitags regelmäßig zu Streiks für mehr Klimaschutz auf.

Update, 13.30 Uhr - Verkehrsbehinderungen durch Klima-Demos in Berlin

Die Demonstrationen der Klimaaktivisten von Extinction Rebellion haben in Berlin am Montag zu Verkehrsbehinderungen geführt.

"Auch wenn Berlin leer ist, sind die Auswirkungen groß", sagte ein Mitarbeiter der Verkehrsinformationszentrale der Deutschen Presse-Agentur.

Durch die Sperrungen am Potsdamer Platz und am Großen Stern hätten Autofahrer auf den Umfahrungen jeweils bis zu 20 Minuten länger gebraucht. In der Stadt sind gerade Schulferien, dadurch sind weniger Autos unterwegs als üblich.

Die Polizei bedankte sich derweil bei den Verkehrsteilnehmern und schrieb auf Twitter: "Die Berliner reagieren wie Berliner eben reagieren: Entspannt. Trotz Verkehrseinschränkungen gibt's derzeit kaum Stau in der Stadt. Danke für Ihre Gelassenheit."

Einige Nutzerkommentare ließen allerdings auf weniger Entspannung schließen: "Ein bisschen weniger Gelassenheit der Polizei wäre schon schön", antwortete ein Twitter-Nutzer.

Update, 12.24 Uhr - Klima-Protest am Potsdamer Platz angekommen!

Der Klima-Protest der Gruppe Extinction Rebellion hat Montagmittag auch den Potsdamer Platz in Berlin erreicht. Demonstranten stellten Blumentöpfe, Sofas, Tische und Stühle auf die Kreuzung. Die dortige Demonstration war für 12 Uhr angekündigt. Laut Polizei sind rund 300 Teilnehmer eingetroffen. Bis 14 Uhr soll dort protestiert werden. Begonnen hatte der Protest am Montagmorgen an der Siegessäule in Berlin-Tiergarten mit einer unangemeldeten Demo.

Laut Polizeiangaben vom Morgen hatten sich rund 1000 Menschen vor Ort versammelt, die Veranstalter sprachen später von etwa 1200.

Carola Rackete, Kapitänin der Sea Watch 3, soll an der Siegessäule eine Rede halten.
Carola Rackete, Kapitänin der Sea Watch 3, soll an der Siegessäule eine Rede halten.  © dpa/Fabian Sommer

Update, 10:47 Uhr - Aktivisten bauen Arche an der Siegessäule - Kapitänin Rakete erwartet

Aktivisten der Gruppe Extinction Rebellion haben am Montag eine Arche an der Siegessäule in Berlin-Tiergarten aufgestellt. Das hölzerne Boot soll an das Artensterben erinnern. Die als Seenotretterin bekannt gewordene Kapitänin Carola Rackete soll dort am Mittag auch eine Rede halten. Die Straßen rund um die Siegessäule waren weiterhin besetzt, die Zufahrten gesperrt. Die Polizei wollte die Fläche eigenen Angaben zufolge vorerst nicht räumen. Laut Polizeiangaben vom Morgen hatten sich rund 1000 Menschen vor Ort versammelt, die Veranstalter sprachen später von etwa 1200.

Der am frühen Morgen gestartete Protest der Umweltschützer lief weiterhin friedlich ab. Die Demonstranten hatten Handzettel an die Polizei verteilt mit dem Hinweis, dass sie die Erde gewaltfrei retten wollen.

"Wir bitte Euch: Respektiert unsere körperliche Unversehrtheit!", hieß es auf den Zetteln.

Update, 09.01 Uhr - Innensenator Geisel will "mit Augenmaß" gegen Umweltschützer vorgehen

Klima-Aktivisten haben die Zufahrten zum Großen Stern blockiert. Dieses Pärchen sitzt auf der Straße, die zum Schloß Bellevue führt.
Klima-Aktivisten haben die Zufahrten zum Großen Stern blockiert. Dieses Pärchen sitzt auf der Straße, die zum Schloß Bellevue führt.  © dpa/Paul Zinken

Berlins Innensenator Andreas Geisel hat ein Vorgehen "mit Augenmaß" gegen die Umweltschützer von Extinction Rebellion angekündigt. Man werde sich die Versammlungen anschauen und einige auch eine Weile gewähren lassen, sagte der SPD-Politiker am Montag dem Inforadio des RBB.

"Es ist ja so, dass wir Blockaden, Veranstaltungen durchaus als spontane Demonstrationen werten können, die ja nach Demonstrationsrecht zulässig sind", sagte Geisel weiter. Man sei aber auch bereit, energischer vorzugehen, wenn etwa Gewalt angewendet werde oder kritische Infrastrukturen wie der Flughafen betroffen seien.

Die Aktivistengruppe Extinction Rebellion hat am frühen Montagmorgen in Berlin ihre Protestaktion für mehr Klimaschutz gestartet. Anhänger liefen vom Regierungsviertel zur Siegessäule im Ortsteil Tiergarten.

Anschließend besetzten die Aktivisten kurz vor Beginn des Berufsverkehrs den Großen Stern - einen Verkehrsknotenpunkt in der Hauptstadt. Laut Polizei versammelten sich im Laufe des Vormittags rund 1000 Menschen vor Ort. Von Zwischenfällen war zunächst nichts bekannt.

Update, 07 Uhr - Fahrradtour für bessere Klima-Politik!

Nächste Aktion der Klimaaktivisten! Gegen 7 Uhr sammelten sich zahlreiche Fahrradfahrer am Frankfurter Tor, um mit einer gemeinsamen Tour die Politik für bessere Klima-Politik zu bewegen.

Update, 07.01 Uhr - Großer Stern: 1000 Klimaaktivisten blockieren Verkehr

Eine schwedische Gruppe der Klimaschutzbewegung Extinction Rebellion platziert sich auf der Wiese vor dem Reichstag.
Eine schwedische Gruppe der Klimaschutzbewegung Extinction Rebellion platziert sich auf der Wiese vor dem Reichstag.  © Annette Riedl/dpa

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