Klima-Protest geht weiter: Geisel verteidigt Umgang mit Extinction Rebellion

Berlin - Die Umweltaktivisten von Extinction Rebellion wollen auch am vierten Tag ihrer Aktionswoche in Berlin mit Protesten für mehr Klimaschutz eintreten. Die bestehenden Blockaden etwa an der Jannowitzbrücke sollten auch am Donnerstag fortgeführt werden, sagte eine Sprecherin der Bewegung.

Aktivisten der Klimabewegung "Extinction Rebellion" haben während ihrer Aktionswoche "Berlinblockieren" die Marschallbrücke blockiert.
Aktivisten der Klimabewegung "Extinction Rebellion" haben während ihrer Aktionswoche "Berlinblockieren" die Marschallbrücke blockiert.  © Christophe Gateau/dpa

Die bestehenden Blockaden etwa an der Jannowitzbrücke sollten auch am Donnerstag fortgeführt werden, sagte eine Sprecherin der Bewegung. Wie es darüber hinaus weitergeht, war ihren Angaben zufolge zunächst noch offen.

Am Mittwochabend hatte Extinction Rebellion angekündigt, seine Aktionen aus Rücksicht auf Solidaritätskundgebungen wegen des Angriffs auf eine Synagoge in Halle vorübergehend einzuschränken. Es werde vor, nach und in der Nähe dieser Kundgebungen zunächst keine neuen Blockaden geben, hatte Sprecherin Annemarie Botzki gesagt.

Am Mittwoch hatten rund 300 Aktivisten in den frühen Morgenstunden die Marschallbrücke in der Nähe des Kanzleramts blockiert.

Später besetzten sie auch die Jannowitzbrücke und die Mühlendammbrücke. Letztere wurde am Nachmittag von der Polizei geräumt.

Andreas Geisel hat den Umgang mit den Aktivisten verteidigt.
Andreas Geisel hat den Umgang mit den Aktivisten verteidigt.  © DPA

Innensenator Andreas Geisel hat den zurückhaltenden Umgang mit den Umweltaktivisten verteidigt. "Wir gehen mit Augenmaß vor. Der 1. Mai ist in Berlin auch deshalb friedlich, weil die Polizei deeskalierend arbeitet", sagte Geisel in der rbb-Abenschau am Mittwoch.

"Die 80er Jahre sind vorbei. Der Gummiknüppel war damals eine Antwort, es hat sich gezeigt, dass viele Verletzte auf der Straße zurückgeblieben sind, auch verletzte Polizisten. Das will ich vermeiden."

Demonstrationen müsse die Demokratie auch aushalten, "wir haben aber auch deutlich gemacht, dass das Ganze auch Grenzen hat." So wurde beispielsweise der Flughafen geschützt aber auch Straßen wieder geräumt.

Aufgrund der Blockaden an den Brücken hatte die Polizei Zufahrtsstraßen gesperrt. Laut Verkehrsinformationszentrale kam es vor allem rund um die Mühlendammbrücke zu einem "mittleren Verkehrschaos".

Der Große Stern an der Siegessäule, den die Aktivisten seit Montagmorgen besetzt hatten, war Mittwochmittag ebenfalls wieder für den Verkehr freigegeben worden.

Auch zur Oberbaumbrücke waren laut Polizei am Mittwoch mehrere Hundert Demonstranten gekommen. Nach Gesprächen hätten sich die Aktivisten aber teilweise zurückgezogen. In Richtung Friedrichshain war die Brücke am Mittwochabend zwischenzeitlich wieder befahrbar - und nach Polizeiangaben am frühen Donnerstagmorgen wieder komplett frei für den Verkehr.

Update, 8.05 Uhr

In den Berliner Stadtteilen Mitte und Kreuzberg kann es am Donnerstag wegen Straßenblockaden von Klimaaktivisten von Extinction Rebellion wieder zu langen Wartezeiten für Autofahrer kommen. Am Morgen kündigte die Polizei gegen 07.20 Uhr an, die blockierte Jannowitzbrücke demnächst räumen zu wollen. Nach einer Lautsprecheransage werde zunächst abgewartet, ob die Aktivisten die Brücke freiwillig verlassen.

Extinction Rebellion hatte zuvor angekündigt, weiter an der Jannowitzbrücke und an der Marschallbrücke in Berlin-Mitte zu bleiben. Nach Polizeiangaben waren an der Jannowitzbrücke am Donnerstagmorgen etwa 250 Menschen, an der Marschallbrücke 200. Wer am Donnerstag im Zentrum Berlins unterwegs ist, soll nach Empfehlung der Verkehrsinformationszentrale (VIZ) möglichst das Auto stehen lassen.

Polizisten versuchen eine Aktivistin auf dem Mühlendamm an der Mühlendammbrücke zum Verlassen der Brücke zu bewegen.
Polizisten versuchen eine Aktivistin auf dem Mühlendamm an der Mühlendammbrücke zum Verlassen der Brücke zu bewegen.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

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