Extreme Gewalt gegen Frauen: Land ruft Notstand aus!

San Juan - Die Regierung von Puerto Rico hat wegen der von Menschenrechtsaktivisten angeprangerten Gewalt gegen Frauen einen Notstand erklärt.

Das Kapitolgebäude in Puerto Ricos Hauptstadt San Juan.
Das Kapitolgebäude in Puerto Ricos Hauptstadt San Juan.  © maridav/123RF

"Zu lange haben schutzbedürftige Opfer unter den Folgen von systematischem Machismo, Ungleichheit, Diskriminierung, mangelnder Bildung, mangelnder Orientierungshilfe und vor allem fehlendem Handeln gelitten", hieß es in einer Mitteilung des Gouverneurs Pedro Pierluisi vom Sonntag.

Die Notstandserklärung ermögliche es, mehr Mittel zur Bekämpfung geschlechtsbezogener Gewalt einzusetzen und einen Sonderbeauftragten zu ernennen. Pierluisi kündigte auch Programme zur Eingliederung von Frauen in den Arbeitsmarkt an.

In dem karibischen US-Außengebiet mit gut drei Millionen Einwohnern registrierte die Organisation Observatorium für Geschlechtergleichheit (OEG) im vergangenen Jahr 60 Femizide - Morde an Frauen wegen ihres Geschlechts - und sechs Morde an Transgender-Menschen.

Aktivisten wie der puerto-ricanische Popstar Ricky Martin hatten seit Monaten eine Notstandserklärung gefordert. Dies war in den vergangenen Jahren bereits in Mexiko-Stadt und zahlreichen anderen Städten des Landes geschehen.

Die Gewalt gegen Frauen steigt in Puerto Rico immer weiter an. (Symbolbild)
Die Gewalt gegen Frauen steigt in Puerto Rico immer weiter an. (Symbolbild)  © Tinnakorn Jorruang/123RF

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Puerto Rico: Gesundheitspersonal wird im Pedrin Zorrilla Coliseum in San Juan gegen Corona geimpft.
Puerto Rico: Gesundheitspersonal wird im Pedrin Zorrilla Coliseum in San Juan gegen Corona geimpft.  © Carlos Giusti/AP/dpa

Pierluisi war bei den US-Wahlen am 3. November gewählt worden und hatte den neuen US-Präsidenten Joe Biden im Wahlkampf unterstützt. Der 61-Jährige trat das Amt des Regierungschefs von Puerto Rico am 2. Januar an.

Titelfoto: maridav, Tinnakorn Jorruang / 123RF

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