"Billigster Dreck" - Aldi-Steak löst heftige Debatte im Netz aus

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Essen - Es ist warm, lange hell und irgendwie liegt einfach Sommer in der Luft. Perfektes Wetter zum Grillen. Nun mal Hand aufs Herz: Nicht jeder von uns nimmt den Weg zum Bio-Metzger oder selbst zur Fleischereitheke in Kauf. Oft greifen wir uns einfach das einfoliertes Steak aus dem Kühlregal.

Aldi Süd bot ein solches an. Genauer gesagt: 600g mariniertes Schweinenacken-Steak für 1,99 Euro. Das entdeckte Facebook-User Dominik. Und schrieb dem Discounter eine deftige Nachricht.

Er sei kein "ideologisch verblendeter Ökofaschist", aber "Von preisWERT kann bei diesem Angebot sicher keine Rede sein. Das ist einfach nur billigster Dreck, für dessen Produktion alles und jeder bis zum Anschlag ausgebeutet wurde - am meisten die, die sich am wenigsten wehren können: die Tiere", schreibt er.

Er könne einfach nicht verstehen, dass Aldi, als einer der führenden Discounter in Deutschland so verantwortungslos wäre. Statt in moderne Filialen und Kundentoiletten zu investieren, solle doch lieber der Preiskampf, dessen Verlierer Landwirte und die Tiere sind, beendet werden.

In seinem Post wird Dominik immer wütender: "Aber daran habt Ihr gar kein Interesse. Stattdessen treibt Ihr im stetigen Kampf um Marktanteile die Preisspirale im Wettbewerb mit den anderen Discountern, die im Übrigen keinen Deut besser sind, immer weiter runter. Billig, billiger, am billigsten - das ist eure Religion". Am Ende wird er sogar beleidigend:

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"Ich wünsche Euch von Herzen, dass Ihr vom Verzehr dieser Antibiotika-Schnitzel schlimmes Genitalherpes bekommt mit übelstem Juckreiz, hässlichen eitrigen Pusteln und beißendem Gestank."

Aber ich fürchte, dass Ihr dieses ekelhafte Zeug selbst gar nicht anrührt. Und das kann ich sogar verstehen. Naja, vielleicht läuft es ja gut und Ihr bekommt trotzdem irgendeine fiese Seuche."

Der Beitrag kassierte fast 30.000 Likes und wurde fast 10.000 Mal geteilt. Doch Aldi fühlte sich beleidigt. Dominiks letzter "Fluch" führte dazu, dass sich die Social-Media-Abteilung erst rund eineinhalb Wochen später zu einem Statement (siehe unten) durchringen kann. Das enthält leider weder Witz noch Verständnis.

Stattdessen wird die Debatte nur noch mehr angeheizt. "An dieser Stelle vielleicht ein Tipp: haltet den Verbraucher nicht für blöd. Den Menschen ist das Thema offenbar viel weniger egal, als Ihr es vielleicht meint", so Dominiks Fazit.

Die meisten geben ihm Recht, andere hingegen sind froh, dass der Discounter auch finanziell schlechter gestellten Personen die Möglichkeit gibt, günstig Obst, Gemüse und oft auch technische Geräte einzukaufen.

Doch beim Tierwohl hört es trotzdem auf. "Ich würde nie Fleisch für 1,99 Euro kaufen", "Wollt Ihr uns für dumm verkaufen", "Hört auf euch zu rechtfertigen, handeln ist angesagt".

Ob Dominik mit seinem Post wirklich etwas erreichen wird, ist fraglich. Das nächste Mal, wenn es schnell gehen muss, greifen die meisten wohl doch wieder zu.


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