Facebook-Streit um Foto des toten Aylan

Wutanfall nach diesem Foto bei Facebook: Frieder Badstübner.
Wutanfall nach diesem Foto bei Facebook: Frieder Badstübner.

Von Bernd Rippert

Zwickau/Halle - Böser Ausrutscher eines bekannten Zwickauers: Der Ex-Ratsgrüne, Ex-OB-Kandidat und Ex-Chef des Landesjugendamtes, Frieder Badstübner (63), griff bei Facebook einen Chemnitzer unflätig an - ohne ihn zu kennen.

Der Chemnitzer zeigte bei Facebook ein Foto des toten Flüchtlingsjungen Aylan aus der Türkei. Er sagt: „Mich hatte das Schicksal des Kindes betroffen gemacht, mit dem Foto wollte ich daran erinnern.“

Doch dann bekam der Chemnitzer von Badstübner eine geharnischte Nachricht: „Das Kind ist TOT, du Arsch!“

MOPO24 fragte bei Frieder Badstübner nach. Der Chef der Christlichen Akademie Halle verteidigte die Attacke: „Ich bin schockiert, dass jemand sein Profil mit einem toten Kind schmückt.“ Nur für seine Wortwahl entschuldigte sich der Grüne.

Sein früherer Parteifreund Martin Böttger (68) aus Zwickau zweifelt an der Entschuldigung: „Ein Wiederholungstäter. Wir gingen vor zehn Jahren im Streit auseinander, weil Frieder wegen der Diskussion um ein atomares Endlager einen wütenden Brief an Umweltminister Jürgen Trittin geschrieben hatte.“

Auch da sei die Form Badstübners daneben gewesen. Martin Böttger: „Er ist impulsiv, machtgierig. Und er hat in der Facebooksache unrecht.“

Das Foto des toten Jungen habe die Herzen bewegt. „Das kann man zeigen.“

Fotos: privat, Silke Hüttenrauch


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