Fachkräftemangel sorgt für Krisenstimmung beim Treff der deutschen Handwerker

Chemnitz - Krisenstimmung beim Treff von Deutschlands obersten Handwerkern im Chemnitzer Hof. Die Chefs der 53 Handwerkskammern sehen den Fachkräftemangel als eines der drängendsten Probleme.

Generalsekretär Holger Schwannecke sprach gestern beim Treff von Deutschlands obersten Handwerkern im Chemnitzer Hof.
Generalsekretär Holger Schwannecke sprach gestern beim Treff von Deutschlands obersten Handwerkern im Chemnitzer Hof.  © Sylvio Hoffmann

"Ein Mega-Thema, wir haben einen enormen Bedarf", sagte Generalsekretär Holger Schwannecke.

Im Vorjahr blieben bundesweit 17.000 Lehrstellen unbesetzt, insgesamt gibt es 25.000 offene Stellen im Handwerk. Zudem suchen in den nächsten Jahren 200.000 Handwerksbetriebe in Deutschland einen Nachfolger.

"Wir könnten mehr Aufträge abarbeiten, die Kunden müssten weniger lang warten, wenn wir mehr Leute hätten", so Schwannecke.

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Mit Imagekampagnen, Workshops, auf Messen und an Schulen wirbt das Handwerk um angehende Tischler, Bäcker und Dachdecker. Zwar stieg 2018 die Zahl der neu geschlossenen Ausbildungsverträge zum vierten Mal in Folge an. "Das reicht aber noch lange nicht", sagt Schwannecke. Er forderte die Politik auf, die berufliche Ausbildung zu stärken.

Das Handwerk forderte in Chemnitz eine Rückkehr zur Meisterpflicht. 2004 war diese in den meisten Berufen weggefallen. Seither gebe es eine "Spirale der Dequalifizierung", kritisierte Schwannecke.

Betriebe ohne Meisterbrief bildeten kaum aus, zudem werde nicht unbedingt nach Qualitätsstandards gearbeitet.

17.000 Lehrstellen sind unbesetzt, insgesamt gibt es 25.000 offene Stellen im Handwerk.
17.000 Lehrstellen sind unbesetzt, insgesamt gibt es 25.000 offene Stellen im Handwerk.  © dpa/Waltraut Grubitzsch

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