Fachkräftemangel: Lage ist ernst, aber nicht dramatisch

Die Kammer-Präsidenten Jörg Dittrich (46, l.) und Günter Bruntsch (69).
Die Kammer-Präsidenten Jörg Dittrich (46, l.) und Günter Bruntsch (69).

Von Juliane Morgenroth

Dresden - In Sachsen gibt es derzeit keinen flächendeckenden Fachkräftemangel. Wohl aber einen erhöhten Bedarf. Das ergab eine Umfrage von Industrie und Handwerk im Freistaat.

Am Fachkräftemonitoring 2015 beteiligten sich 1440 Firmen mit 57.000 Beschäftigten. Ergebnis: 18 Prozent meldeten einen Fachkräftemangel. Sie beklagten, dass deswegen Aufträge abgelehnt werden müssten, Fristen nicht eingehalten werden könnten.

„Wir sehen allerdings einen erhöhten Bedarf an Fachkräften und der muss gedeckt werden“, so Jörg Dittrich (46), Präsident der Handwerkskammer Dresden. 545 der befragten Unternehmen wiesen rund 2060 offene Stellen aus.

Doch fast ein Drittel dieser Firmen schafft es selbst nach einem halben Jahr nicht, die Stellen zu besetzen. Häufigster Grund: Fehlende Bewerbungen.

Gesucht werden vor allem Facharbeiter und Gesellen (51 Prozent), 22 Prozent der offenen Stellen entfielen auf Ungelernte, 18 Prozent auf Hochschulabsolventen. Besonders begehrt: Berufskraftfahrer, Mechaniker, Mechatroniker sowie Köche, ebenfalls Bauingenieure, Informatiker und Elektrotechniker.

Die Rente mit 63 verstärke das Problem. „Hier im Osten erfüllen fast alle die Voraussetzungen“, so der Dresdner IHK-Präsident Günter Bruntsch (69). Fast ein Drittel der befragten Unternehmen habe so Mitarbeiter verloren.

Fotos: dpa (1), Thomas Türpe (1), Steffen Füssel (1)


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