Fahren bald keine Taxis mehr durch Berlin?

Berlin - Uber, CleverShuttle, oder der BVG-"BerlKönig". Der städtische Chauffeur-Kuchen wird in immer mehr Stücke aufgeteilt. Halten die Berliner Taxis durch?

Richard Leipold fährt auch selbst Taxi. Wie die Zukunft seines Berufes aussieht, das steht in den Sternen
Richard Leipold fährt auch selbst Taxi. Wie die Zukunft seines Berufes aussieht, das steht in den Sternen  © DPA

"Da haben wir so viel Überlebenschance wie ein Schneeball in der Hölle" erklärte der Sprecher der Berliner Taxi-Vereinigung, Richard Leipold, dem rbb in einem Interview.

Der neueste Trend in Sachen Taxi-Dienste ist das "Ridesharing". Bedeutet: mehrere Leute teilen sich ein Fahrzeug, die schnellste Route zwischen Abholpunkten und Zielen errechnet eine intelligente Software.

Und diese Programme sind so gut, dass eine Fahrt in der Praxis häufig kaum länger dauert, als ein eigenes Taxi – dafür aber deutlich günstiger ist, da man sie mit anderen Fahrgästen teilt.

Leipold sieht das Taxi-Gewerbe generell schon unter Druck, vor allem durch Konkurrenten wie den US-amerikanischen Giganten Uber. Ridesharing macht die Situation da nicht einfacher.

Für Leipold trägt auch die Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos) Schuld an der Misere der traditionellen Berliner Taxen. Leipold bezeichnet ihr Verhalten als "ignorant".

In den nächsten vier Jahren gibt es auf jeden Fall wenig Chancen auf Besserung. Nicht nur, weil hinter den großen Anbietern auch große Namen stecken (BerlKönig: BVG und Mercedes-Benz / CleverShuttle: Deutsche Bahn), sondern auch, weil die Firmen bereits eine Genehmigung für die nächsten vier Jahre sicher haben.

Bis dahin werden sich die Berliner Taxigesellschaften ein neues Konzept ausdenken müssen, um weiter mit ihren beigen Karossen das Stadtbild zu prägen.

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