Fahren in Zwickau bald wieder O-Busse?

SPD-Landespolitiker Thomas Baum (51), Grünen-Politikerin Katja Meier (35).
SPD-Landespolitiker Thomas Baum (51), Grünen-Politikerin Katja Meier (35).

Zwickau - Es ist eine Vision: die Rückkehr der Trolleybusse (Oberleitungsbusse) in den öffentlichen Personennahverkehr. Als umweltfreundliche Alternative zum Dieselbus.

„Wenn die Politik das will, kann es eine Rückkehr geben“, so Professor Matthias Thein (61) von der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ). Zusammen mit anderen Wissenschaftlern und Studenten könnte Thein den entscheidenden Anstoß geliefert haben: ein neues Andrahtsystem, das den Trolleybus in Kombination mit den heutzutage üblichen leistungsstarken Batterien deutlich flexibler macht.

„Er könnte größere Strecken auch ohne Oberleitung fahren.“

In der sächsischen Landespolitik stößt die Trolleybus-Idee auf Gegenliebe. „Wir halten moderne Trolleybusse für umweltverträglicher als dieselgetriebene Busflotten. Sie sind leiser und belasten die Luft mit viel weniger Schadstoffen“, sagt Katja Meier (34), die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag.

Noch nicht Bahn, aber auch kein Dieselstinker mehr: Die Politik debattiert die Einführung von Trolleybussen.
Noch nicht Bahn, aber auch kein Dieselstinker mehr: Die Politik debattiert die Einführung von Trolleybussen.

„Trolleybusse sind eine interessante Alternative für Linien mit einem Fahrgastaufkommen, auf denen sich der Bau einer Straßenbahn noch nicht lohnt, eine hohe Nachfrage aber gegeben ist.“

Auch Thomas Baum (51) von der SPD sieht das so. Er blickt nach Frankreich, wo der Trolleybus bereits ein Comeback erlebt. „Der Einsatz macht vor allem im Stadtverkehr Sinn.“ Weniger euphorisch ist die Stadt Zwickau.

„Die Frage zur Wiedereinführung eines O-Bus-Systems stand bisher nicht und wurde auch nicht diskutiert“, so Heike Reinke von der Stadtverwaltung. Professor Thein muss also noch einiges an Überzeugungsarbeit leisten ...

Fotos: Goetz Schieser, PR


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0