Michael-Moore-Doku "Fahrenheit 11/9": Das haben Hitler und Trump gemeinsam!

New York - Regisseur Michael Moore (Fahrenheit 9/11, Sicko, Bowling For Columbine) rechnet in seinem neuen Film "Fahrenheit 11/9" mit US-Präsident Donald Trump ab und vergleicht ihn mit Adolf Hitler!

"Oscar"-Preisträger Michael Moore begutachtet das vergiftete Wasser in seiner Heimatstadt Flint, Michigan aus nächster Nähe.
"Oscar"-Preisträger Michael Moore begutachtet das vergiftete Wasser in seiner Heimatstadt Flint, Michigan aus nächster Nähe.  © PR/Midwestern Films LLC

Alles beginnt an dem Tag, der die Welt nachhaltig veränderte. Am Wahlabend des 7. November 2016 waren sich nicht nur viele US-Bürger sicher, dass die Demokratin Hillary Clinton die neue Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika wird, sondern auch fast der gesamte Rest der Welt.

Selten haben sich Experten so geirrt! Während bei Clintons Wahlparty in New York bereits vor Auszählung der Stimmen die Sekt-Korken knallten, war die Stimmung nur 17 Blocks weiter in einem kleinen Hotel beim Lager der Republikaner nicht gut.

Dann jedoch wendete sich das Blatt: Trump gewann einen wichtigen Bundesstaat nach dem anderen und wurde schließlich zur Überraschung vieler Präsident.

"Wie zur Hölle konnte es dazu kommen", fragt sich Moore zu Beginn seines faszinierenden Films.

Schuld gibt er mit einem humoristischen Augenzwinkern der Sängerin Gwen Stefani. Denn als Trump herausfand, dass sie als Jurorin bei "The Voice" eine höhere Gage bekam, als er in "The Apprentice", gab er seine damals noch nicht ganz ernst gemeinte Präsidentschaftskandidat bekannt.

Mit dem Sieg von Donald Trump (l.) über Hillary Clinton hatte fast niemand gerechnet.
Mit dem Sieg von Donald Trump (l.) über Hillary Clinton hatte fast niemand gerechnet.  © PR/Midwestern Films LLC

Er kaufte Statisten, um US-Sender NBC zu beweisen, dass er beliebter als Stefani sei - um am Ende eine höhere Gage zu bekommen. NBC kündigte Trump die Zusammenarbeit wegen seiner radikalen Aussagen - und so gerieten die Dinge außer Kontrolle...

Sein subjektiver Film lag Moore augenscheinlich sehr am Herzen. Er schrieb das Drehbuch, führte Regie, produzierte, reiste durch die USA, recherchierte in die Tiefe und ist auch als Off-Sprecher zu hören.

Er rechnet in seiner Satire-Doku mit vielen Dingen ab: CBS-Journalisten, von denen gleich mehrere Sexualstraftäter sein sollen, natürlich Trump, aber auch Barack Obama, der Moores Heimatstadt Flint in den Jahren der Not nicht zu Hilfe eilte, sondern die nackte Angst der Bürger ins Lächerliche zog.

So schlussfolgert Moore: "Das schlimmste, was Präsident Obama gemacht hat, war, Donald Trump den Weg zu ebnen. Denn Trump ist nicht einfach vom Himmel gefallen."

Und genau diesen Weg von Trump an die Spitze der USA zeigt Moore in seinem spannenden und wichtigen Werk auf intelligente Weise nach.

Sorgt täglich für neue Schlagzeilen: US-Präsident Donald Trump.
Sorgt täglich für neue Schlagzeilen: US-Präsident Donald Trump.  © PR/Midwestern Films LLC

So entlarvt der 64-Jährige mit klugen Schnitt-Montagen Trumps Methoden, der seine Verbrechen vor den Augen der Öffentlichkeit begangen hat und jedes Mal damit durchkam. Niemand habe etwas getan, um den frauenfeindlichen Rassisten in seine Schranken zu verweisen.

Mit einigen Interview-Ausschnitten deutet der Regisseur auch eine unnatürliche Liebe Trumps zu seiner Tochter Ivanka an.

Eines wird offensichtlich: Trump ist anders - genau wie es Adolf Hitler damals war. Ob er lügt wie gedruckt, interessiert seine Anhänger nicht.

Da er genau weiß, was er tut, ist er effektiv und verschafft sich immer mehr Macht. Wenig verwunderlich, dass Moore und viele andere sich vor einer nicht aufzuhaltenden Autokratie fürchten.

Neben Trump steht besonders Michigans Gouverneur Rick Snyder im Fokus, der Flint mit widerwärtigen Mitteln ausbeutete, um noch reicher zu werden, dazu schamlos belog und Studien frisieren ließ, weil er die Bürger der Stadt wissentlich mit verunreinigtem Wasser vergiftete, was aber nicht an die Öffentlichkeit dringen sollte.

Regisseur Michael Moore versucht, die Menschen mit seinem Film aufzurütteln, bevor es zu spät ist.
Regisseur Michael Moore versucht, die Menschen mit seinem Film aufzurütteln, bevor es zu spät ist.  © PR/Midwestern Films LLC

Moores Ansatz ist dabei gewohnt eigen - und sicherlich nicht jedermanns Sache.

Dieser Film wird polarisieren - und soll es auch. Denn der "Oscar"-Preisträger will mit seinem Doku-Drama aufrütteln. Das und noch mehr gelingt ihm auch.

Denn "Fahrenheit 11/9" öffnet den Zuschauern die Augen, ist erschütternd und lässt einen die komplette Bandbreite der Emotionen durchleben.

So gibt er den Zuschauern am Ende auch ein Gefühl der Hoffnung, weil sich in den USA einiges tut. Jugendliche rebellieren gegen die herrschende Ungerechtigkeit und Spaltung im Land mit groß angelegten Protestmärschen, die eine breite Öffentlichkeit zum Mitmachen bewegen.

Wegen all dieser Aspekte ist "Fahrenheit 11/9" ein extrem wichtiger Film des streitbaren Doku-Regisseurs Michael Moore. Dank eines erstklassigen Schnitts, hervorragender Montagen und guter Recherchearbeit deckt der "Oscar"-Gewinner mehrere Skandale auf und zeichnet auch nach, wie jemand wie Donald Trump überhaupt US-Präsident werden konnte. Sehenswert!

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