Fahrraddiebstahl in Dresden: Nur 12 Prozent der Fälle aufgeklärt

Der Bolzenschneider ist noch immer der beste Freund der Fahrraddiebe.
Der Bolzenschneider ist noch immer der beste Freund der Fahrraddiebe.  © dpa/Andreas Gebert

Dresden - Kurz mal unbeaufsichtigt gelassen, schon ist es weg: Sachsenweit stieg die Zahl der Raddiebstähle auf jährlich 20.795 - eine Steigerung um mehr als sieben Prozent.

Neben Leipzig mit 9642 geklauten Rädern bleibt auch Dresden Hauptarbeitsplatz der Raddiebe: 3529 mal schlugen die Ganoven hier zu.

Seit 1998 mussten die Versicherer nicht mehr so viel für geklaute Räder zahlen wie 2016: 120 Millionen Euro wurden laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft ausgezahlt. Dass die Polizei jüngst einen Transporter mit 35 geklauten Rädern auf dem Weg nach Polen erwischte, zeigt, dass das Geschäft nach wie vor gut zu läuft.

Ohnehin konnten nur zwölf Prozent der Fälle aufgeklärt werden. Daher mahnen die Ermittler zur Sicherung: „Die meisten Räder werden nach wie vor mit dem Bolzenschneider geklaut“, sagt Hauptkommissar Uwe Müller (55).

„Daher ist ein gutes Schloss sehr wichtig.“

Am Bahnhof Neustadt soll ein Fahrradparkhaus entstehen.
Am Bahnhof Neustadt soll ein Fahrradparkhaus entstehen.  © Petra Hornig

Doch auch das beste Schloss lässt sich mit genug Zeit knacken. Daher rät die Polizei, Räder an feste Punkte anzuschließen. „Ein Fahrraddieb in Dresden hat einen kleinen Wagen genutzt, mit dem er Fahrräder samt Schloss davongeschoben hat“, so Müller. „Das Schloss hat er dann ganz in Ruhe geknackt. Wenn man also keinen festen Punkt zum Anschließen hat, sollte man am besten beide Räder mit einem Schloss versehen.“

Weil diese trotzdem weggetragen werden können, fordert Nils Larsen (32) vom Dresdner ADFC mehr Bügel: „Besonders vor Bahnhöfen reichen die Möglichkeiten nicht aus. Aber es gibt auch sonst sehr viele Orte ohne Bügel.“

Zumindest an den Bahnhöfen will die Stadtverwaltung nachbessern, plant Dresdens erstes Radparkhaus am Bahnhof Neustadt.

Ansonsten empfehlen Polizei und ADFC jedem Radler, sein Gefährt codieren zu lassen. Kommissar Müller: „Entgegen einer weitverbreiteten Meinung ist die Rahmennummer kein eindeutiges Identifikationsmerkmal.“

Titelfoto: Petra Hornig


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