Image als Fahrrad-Stadt bröckelt: Wann baut Hamburg endlich seine Radwege aus?

Hamburg - Die Hansestadt will eine Fahrradstadt sein oder zumindest endlich auch offiziell eine werden. Doch vielerorts im Stadtgebiet mangelt es an Radwegen und sicheren Routen für Radfahrer.

Ein Fahrrad liegt in Hamburg-Lokstedt nach einem Verkehrsunfall auf der Straße, ein Bild das wie kaum ein anderes für die Verkehrssicherheit von Radfahrern in der Hansestadt steht.
Ein Fahrrad liegt in Hamburg-Lokstedt nach einem Verkehrsunfall auf der Straße, ein Bild das wie kaum ein anderes für die Verkehrssicherheit von Radfahrern in der Hansestadt steht.  © DPA

Die Stadt nimmt zwar viele Millionen in die Hand, um das zu ändern. Der Ausbau hinkt streckenmäßig allerdings hinter den Erwartungen zurück.

Trotz Investitionen auf Rekordniveau kommt der Ausbau des Radwegenetzes in Hamburg langsamer voran als erhofft.

Im vergangenen Jahr wurden nur gut 32 Kilometer Radverkehrswege fertiggestellt, wie aus der Jahresbilanz Radverkehr hervorgeht, die der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Bürgerschaftsfraktion, Martin Bill, beim Senat erfragt hat. Das waren zwar zwei Kilometer mehr als 2017.

Das Bündnis für den Radverkehr, dem Behörden und Bezirksämter angehören, geht bei seinen Plänen zum Ausbau Hamburgs zur Fahrradstadt jedoch von jährlich 50 Kilometern aus.

Bill sieht die Stadt dennoch auf einem guten Weg. "Zwar konnte in der Strecke nicht so viel erreicht werden wie erhofft, dafür wurden einige schwierige Projekte und Lückenschlüsse angepackt."

Ein Fahrradfahrer fährt auf einer Fahrradstraße an der Außenalster. Trotz Investitionen auf Rekordniveau kommt der Ausbau des Radwegenetzes in Hamburg langsamer voran als erhofft.
Ein Fahrradfahrer fährt auf einer Fahrradstraße an der Außenalster. Trotz Investitionen auf Rekordniveau kommt der Ausbau des Radwegenetzes in Hamburg langsamer voran als erhofft.  © DPA

Aufwendige und bedeutende Vorhaben wie Kreuzungsbauten seien fertiggestellt worden, sodass in der Bilanz zwar oft nur wenige Meter, aber ein enormer Zeitgewinn für alle geschaffen werde, sagte Bill der Deutschen Presse-Agentur.

Der Fortschritt beim Ausbau schlage sich auch in den Ausgaben nieder. "Allein in die Infrastruktur wurden 24,8 Millionen Euro investiert." Das ist mehr als doppelt so viel wie 2017 mit 11,6 Millionen Euro.

Hinzu kämen jährliche Ausgaben für Bike and Ride, Stadtrad und den Winterdienst auf Radwegen in Höhe von rund 3 Millionen Euro.

280 Kilometer Velorouten sollen den Plänen zufolge helfen, in Hamburg per Fahrrad schnell und sicher ans Ziel zu kommen. Handlungsbedarf besteht noch an rund 170 Kilometern (!) der ausgewiesenen Routen, wie der Senat in seinem Fortschrittsbericht für den Radverkehr erklärte.

Bill zufolge ist der Trend zum Radfahren in Hamburg ungebrochen. Mehr als 2,9 Millionen Mal wurden 2018 Leihräder des von der Deutsche Bahn Connect betriebenen Bike-Sharing- Angebotes ausgeliehen. Die Zahl der Neukunden stieg sogar.

Dass die teuren und langwierigen Maßnahmen den Fahrradalltag der Hamburger bisher aber nur bedingt erleichtern, zeigt die Tatsache, dass die Radwege vielerorts im Stadtgebiet noch im Bau, in schlechtem Zustand oder gar nicht vorhanden sind.

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