Fake-News über brutalen Flüchtlingsangriff: Jetzt wird gegen den Fotografen ermittelt

Erfurt - Nach der Veröffentlichung eines manipulierten Fotos ermittelt die Staatsanwaltschaft Erfurt gegen den Fotografen.

Die Polizei wies bei Twitter auf den Fake hin. (Bildmontage)
Die Polizei wies bei Twitter auf den Fake hin. (Bildmontage)  © dpa/Screenshot/Twitter/Polizei Thüringen

Es gehe um den Verdacht der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs eines auf dem Foto abgebildeten verletzten Mannes durch den 39-Jährigen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Das auf Facebook verbreitete gefälschte Foto suggeriert, dass Flüchtlinge in Erfurt dem Mann die Hände abgehackt hätten. Tatsächlich waren die Hände des in einem anderen Zusammenhang verletzten Mannes wegretuschiert worden.

Die Ermittler gehen laut Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Fotograf auch der Verbreiter des Fotos ist. Die Aufnahme war laut Polizei am 30. Juli in einem Mehrfamilienhaus im Erfurter Stadtteil Rieth entstanden. Dort hatte sich ein 35-Jähriger bei einer körperlichen Auseinandersetzung mit seiner Mutter an den Scherben einer Zimmertür geschnitten. Der Fotograf soll ihn abgelichtet haben, als er hilflos und blutend auf dem Boden lag.

Auf diese Situation beziehe sich der Verdacht der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen nach Paragraf 201a des Strafgesetzbuchs, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Die Polizei war laut Staatsanwaltschaft anonym über die Veröffentlichung des manipulierten Fotos informiert worden. Sie sicherte den Facebook-Beitrag, bevor er wieder gelöscht wurde - laut Polizei vom Urheber.

Dennoch ist der Beitrag von anderen Facebook-Nutzern noch immer im Netz zu sehen. (Achtung! Nichts für schwache Nerven, hier sind Gewaltdarstellungen und Blut zu sehen) Die Polizei hatte von "Stimmungsmache durch Fake-News" gesprochen.

Titelfoto: dpa/Screenshot/Twitter/Polizei Thüringen

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