Dresden hat bald zu wenig Wohnungen, wenn nicht...

(Noch) Baubürgermeister Jörn Marx.
(Noch) Baubürgermeister Jörn Marx.

Von Dirk Hein

Dresden - Über Monate wurde daran gefeilt, jetzt liegt das offizielle Wohnkonzept der Stadt endlich vor. Das sind die wichtigsten Fakten.

  • Die Stadt spricht jetzt auch offiziell von Problemen auf dem Wohnungsmarkt. „Es gibt kontinuierliche, wenn auch moderate, Preissteigerungen. Bereits jetzt zeichnen sich erste Angebotsdefizite bei familiengerechten Wohnungen ab“, sagt Baubürgermeister Jörn Marx (56, CDU).
  • Dresden wird bis 2030 weiter wachsen. Statistiker rechnen mit 585.600 (+44.300) Einwohnern. Die Friedrichstadt, Löbtau und Mickten profitieren davon am stärksten und wachsen um 20 Prozent, lediglich die Johannstadt verliert Einwohner. Allein bis 2025 werden deshalb 24.000 neue Wohnungen gebraucht.
  • Reagiert die Stadt darauf nicht, wird es ab 2020 weniger Wohnungen als nachgefragt geben.
  • Gegensteuern will die Stadt, in dem sie kurzfristig kommunale Grundstücke (Platz für 800 Wohnungen) entwickeln will. Bauen sollen bevorzugt Genossenschaften. Mit 200.000 Euro sollen möglichst viele Wohnungen altersgerecht saniert werden.
  • Die Stadt will den Freistaat in die Pflicht nehmen. Gemeinsame Programme sollen die Kaltmiete bei Neubauten (über 10 Euro) auf etwa 7,50 Euro drücken. Sollte das Land nicht helfen, müsste Dresden für 500 verbilligte Wohnungen etwa 10 Millionen Euro pro Jahr investieren. Notfalls könnten Investoren zu den Billig-Wohnungen sogar gezwungen werden.
  • Die Vorlage wird im Oktober im Stadtrat beschlossen. Bereits vorher wird der Rat entscheiden, ob Dresden eine neue WOBA gründet.
In Dresden, wie hier am Straßburger Platz, wird viel gebaut aber zu wenige preiswerte Wohnungen.
In Dresden, wie hier am Straßburger Platz, wird viel gebaut aber zu wenige preiswerte Wohnungen.

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