Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri (†24): Polizei beging hunderte Fehler!

Berlin - Im Fall des Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri (†24) haben laut einem Medienbericht interne Ermittler zahlreiche weitere Versäumnisse der Berliner Polizei entdeckt.

Der Untersuchungsausschuss soll die Pannen im Unmgang mit dem Attentäter Anis Amri aufklären.
Der Untersuchungsausschuss soll die Pannen im Unmgang mit dem Attentäter Anis Amri aufklären.  © DPA

Insgesamt stellte die 2017 vom Polizeipräsidenten eingesetzte Untersuchungsgruppe 254 Mängel fest, darunter 32 so schwer, dass sie sich auf das Ermittlungsergebnis auswirkten, wie Der Spiegel unter Berufung auf den 188-seitigen Bericht der Taskforce "Lupe" berichtete.

Darin heißt es, die Ermittler hätten es versäumt, "Vorgänge zusammenzuführen, Ermittlungen zu bündeln und auszuweiten sowie zielgerichtet Maßnahmen der Inhaftierung oder der Abschiebung gegen ihn (Amri) zu initiieren".

So sei in 590 der abgehörten Telefonate von strafbaren Handlungen die Rede gewesen, es habe klare Hinweise auf mindestens zehn Straftaten Amris gegeben.

Die Ermittler hätten allerdings jedes vierte Telefongespräch gar nicht auf Deutsch übersetzen lassen. Konkrete Hinweise auf einen geplanten Anschlag habe es aber nicht gegeben.

Bei dem bislang schwersten islamistischen Anschlag in Deutschland waren im Dezember 2016 in Berlin zwölf Menschen getötet und viele Dutzend verletzt worden, wie TAG24 berichtete.

Der Tunesier Amri hatte einen Lastwagen gekapert und war auf einen Weihnachtsmarkt gerast. Er wurde auf der Flucht von Polizisten in Italien erschossen.

In dem Fall gab es eine Serie von schweren Fehlern, die nach und nach ans Licht kamen (TAG24 berichtete). Mit den Pannen befassen sich Untersuchungsausschüsse des Bundestags und der Landesparlamente in Berlin und Nordrhein-Westfalen.

Titelfoto: DPA


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