Fall Rebecca: Anwältin kritisiert "Jagd" auf Schwager

Berlin - Die Anwältin des tatverdächtigen Schwagers der vermissten Berliner Schülerin Rebecca (15) hat schwere Vorwürfe gegen die ermittelnden Behörden erhoben.

Rebeccas Schwager ist wieder frei.
Rebeccas Schwager ist wieder frei.  © DPA

Die Veröffentlichung vieler Details der Ermittlungen sowie eines Fotos des Verdächtigen habe zu einer Vorverurteilung ihres Mandanten geführt, sagte die Rechtsanwältin Petra Klein dem rbb am Freitag.

"Der Umgang mit meinem Mandanten hat dazu geführt, [...] dass dort vielerorts spekuliert wurde und praktisch zur Jagd auf meinen Mandanten aufgerufen wurde", erklärte Klein.

Und weiter: "Man könnte derzeit die Vermutung haben, dass die Polizei nicht mehr die Aufklärung des Falles in erster Linie verfolgt, sondern eigentlich nur noch mit der Suche nach einer Leiche beschäftigt ist, die es möglicherweise gar nicht gibt."

Klein betonte, dass so lange ihr Mandant nicht von einem Gericht verurteilt worden sei, er weiter Mandant als unschuldig gelte

Im Fall der vermissten Rebecca ist der Haftbefehl gegen ihren Schwager am vergangenen Freitag vorläufig aufgehoben worden (TAG24 berichtete). Vorausgegangen war eine sogenannte Haftbeschwerde seiner Rechtsanwältin gegen die Untersuchungshaft.

Die Ermittler gehen weiterhin davon aus, dass Rebecca an jenem 18. Februar das Haus nicht lebend verließ. Als Hauptverdächtiger gilt weiterhin ihr Schwager. Grund für seine Haftentlassung seien Zweifel eines Ermittlungsrichters am dringenden Tatverdacht des Totschlags, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Mit einem Polizeihund suchte die Polizei am Freitag nahe der A12 nach Spuren.
Mit einem Polizeihund suchte die Polizei am Freitag nahe der A12 nach Spuren.  © DPA

Titelfoto: DPA

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