Fall Susanna: Kommt Ali Bashar eventuell wieder frei?

Bagdad - Die irakische Regierung hat die Übergabe des Tatverdächtigen im Fall Susanna an Deutschland (TAG24 berichtete) als Rechtsverstoß kritisiert.

Ali Bashar wurde nach seiner Auslieferung in Untersuchungshaft genommen.
Ali Bashar wurde nach seiner Auslieferung in Untersuchungshaft genommen.  © DPA (Fotomontage)

Es gebe zwischen beiden Ländern kein Abkommen über eine Auslieferung von gesuchten Personen, teilte das Außenministerium in Bagdad am Mittwochmorgen mit.

Den Verstoß hätten sowohl die kurdische Regionalregierung als auch Deutschland begangen. Nur das Justizministerium der irakischen Zentralregierung in Bagdad habe die Befugnis für einen Austausch von Gesuchten.

Hat dies Konsequenzen für den Fortgang des Falls Susanna? Muss der Tatverdächtige Ali Bashar womöglich sogar freigelassen werden?

Eine solche Entwicklung würde für einen Aufschrei der Empörung in Deutschland sorgen. Es ist daher äußerst unwahrscheinlich, dass die Einwände der irakischen Regierung zu einer Freilassung Ali Bashars führen – zu groß ist das Interesse der Öffentlichkeit an dem schrecklichen Verbrechen, das ihm zur Last gelegt wird.

Der Verdächtige – der inzwischen gegenüber der Polizei gestanden hat, die 14-jährige Susanna F. aus Mainz getötet zu haben – war nach der Tat in die kurdischen Autonomiegebiete im Nordirak geflohen und dort festgenommen worden.

Kurdische Sicherheitskräfte übergaben ihn am Samstag in der Regionalhauptstadt Erbil deutschen Polizeibeamten, die ihn zurück nach Deutschland geleiteten (TAG24 berichtete).

Der Chef der Bundespolizei, Dieter Romann, war persönlich in den Nordirak geflogen, um den Verdächtigen abzuholen.

Titelfoto: DPA (Fotomontage)


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