Falsches Geschenk? Das müsst Ihr beim Umtausch wissen

Es gibt kein Recht auf Umtausch, wenn die Ware ohne Fehler ist.
Es gibt kein Recht auf Umtausch, wenn die Ware ohne Fehler ist.

Sachsen - Auch das Christkind kann irren: Viele Weihnachtsgeschenke sind zwar gut gemeint, kommen beim Beschenkten aber leider nicht gut an. Schon beim Auspacken fragt man sich, wie man das Präsent wieder los werden kann. Sechs wichtige Fragen und Antworten zu Umtausch, Reklamation, Gewährleistung und Garantie.

Brauche ich Originalverpackung und Kassenbon?
Nein. Eine Reklamation ist auch ohne Verpackung möglich. Der Kassenzettel ist zwar hilfreich, aber nicht notwendig. Allerdings: Es gibt kein Recht auf Umtausch, wenn die Ware ohne Fehler ist. Anne-Katrin Wiesemann von der Verbraucherzentrale Sachsen. „Ein Umtausch wegen ,Nichtgefallen‘ kann der Verkäufer freiwillig einräumen.“


Welche Fristen gelten bei Nichtgefallen?
Anders als vielfach angenommen steht Käufern kein Umtauschrecht zu. Das heißt: Falsche Farbe, falsche Größe sind rechtlich gesehen kein Umtauschargument. Gewährt ein Händler kulanterweise Umtausch bei Nichtgefallen, bestimmt er die Bedingungen und Fristen. Tipp: Beim Kauf auf den Zusatz „Umtausch gegen Vorlage des Kassenbons” achten.

Binnen 14 Tagen nach Erhalt der Ware könnt Ihr das Geschäft platzen lassen.
Binnen 14 Tagen nach Erhalt der Ware könnt Ihr das Geschäft platzen lassen.

Gutschein statt Bargeld?
Das Umtauschrecht ist freiwillig. Der Händler kann frei festlegen, ob der Kunde Bargeld erhält oder einen Gutschein. Ein Anspruch auf Auszahlung des Kaufpreises besteht nicht. Wirbt ein Händler allerdings mit einer „Geld-zurück-Garantie”, ist er daran gebunden.

Sind Gewährleistung und Garantie dasselbe?
Nein. Garantien sind freiwillige Zusatzleistungen, meist vom Hersteller aber auch vom Händler. Je nach Formulierung bringt die Garantie Vorteile: Steht ein Hersteller drei Jahre ohne Einschränkungen für sein Produkt gerade, bekommt der Kunde automatisch drei Jahre gesetzlich verankerte Gewährleistung. Zuständig für die Gewährleistung ist das Geschäft, in dem der beanstandete Artikel gekauft wurde. Nicht der Hersteller.

Gibt’s Besonderheiten beim Internet-Kauf?
Binnen 14 Tagen nach Erhalt der Ware könnt Ihr das Geschäft platzen lassen. Der Widerruf muss eindeutig erklärt werden, etwa per Mail. Einige Waren sind allerdings vom Widerrufsrecht ausgenommen. Das gilt etwa für versiegelt ausgelieferte CDs oder DVDs, sobald die Versiegelung geöffnet ist.

Was tun, wenn ein Geschenk kaputt ist?
Im ersten halben Jahr haftet der Verkäufer, wenn er nicht beweist, dass die Ware bei Übergabe in Ordnung war. Anne-Katrin Wiesemann von der Verbraucherzentrale Sachsen weist darauf hin, dass die Praxis anders aussieht: „Verkäufer behaupten in diesem Zusammenhang nicht selten, dass der Mangel durch ganz normalen Verschleiß entstanden sei. Verbraucher sollten in solchen Fällen nicht nachgeben.“

„Nichtgefallen ist grundsätzlich kein Rückgaberecht“, erklärt Anne-Katrin Wiesemann von der Verbraucherzentrale Sachsen. „Der Umtausch ist eine freiwillige Leistung der Händler. Es sei denn, es geht um Garantie oder Reklamation.“

Gordon Knabe (40), Centermanager im Dresdner Elbe Park, sagt: „Zu bestem Service gehört auch Kulanz beim Umtausch. Ich bin sicher, dass sich unsere über 180 Fachgeschäfte hier kulant zeigen.“

Besonders großzügig ist „Sport Scheck“ in der Altmarkt-Galerie Dresden. „Wir wissen, dass viele ihre Geschenke lange vor Weihnachten organisieren“, sagt Geschäftsleiter Thomas Heuser (53). „Deshalb tauschen wir um, was ab dem 23. November gekauft wurde.“

Fotos: imago


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