Familie ist rechtzeitig am Gate, darf aber nicht mitfliegen: Danach reagiert die Airline noch falscher!

Wien (Österreich) - Die österreichische Airline Laudamotion, eine Ryanair-Tochter, wird einmal mehr zum Kunden-Schreck: Eine fünfköpfige Familie erschien nämlich rechtzeitig am Gate, wurde aber dennoch nicht in den Flieger gelassen.

Ein Airbus A320 der Fluggesellschaft Laudamotion am Flughafen Stuttgart (Symbolbild).
Ein Airbus A320 der Fluggesellschaft Laudamotion am Flughafen Stuttgart (Symbolbild).  © 123RF/Markus Mainka

Um 6.30 Uhr hebt samstags der Laudamotion-Flug OE306 nach Madrid in Wien ab. Um diesen zu erreichen, ließ sich eine fünfköpfige Familie von einem Freund Anfang Februar früh morgens zum Flughafen fahren. Dort kamen sie um 5.15 Uhr an, erzählt der Bekannte gegenüber Austrian Wings.

Erst wurde das Gepäck aufgegeben, anschließend ging der Familienverbund zum Gate. "Allerdings verspürte der Jüngste auf dem Weg dorthin ein dringendes Bedürfnis und es gab einen kleinen Zwischenstopp auf dem WC", schilderte der Freund dem österreichischen Flugreiseportal.

Um 6.05 Uhr sollen dann alle fünf am richtigen Gate angekommen sein. Laut Laudamotion-Website (in den AGBs Punkt 6.7) schließt der Einstieg zum Flugzeug, das sogenannte Boarding, zwanzig Minuten vor dem planmäßigen Abflug.

Die Familie war also mit ihren 25 Minuten vor Abflug gerade noch im zeitlichen Rahmen.

Doch das Bodenpersonal des Flughafens verwehrte ihnen den Zutritt zum Flugzeug. "Wohl noch nie mit Laudamotion geflogen?", fragte angeblich ein Angestellter die Familie zynisch.

Die Maschine stand noch am Gate, das Gepäck wurde ebenso noch verladen, es war demzufolge unklar, warum das Flughafen-Team so reagierte.

Laudamotion will Flugpreis nicht erstatten

In den Vertragsbedingungen steht klar geregelt: "Einstieg bis 20 Minuten vor Abflug".
In den Vertragsbedingungen steht klar geregelt: "Einstieg bis 20 Minuten vor Abflug".  © Screenshot/laudamotion.com

Einige Zeit diskutierten beide Parteien über diesen Sachverhalt. An Bord gelassen wurde die Familie jedoch nicht. Stattdessen begann man, im Inneren des Flugzeugs nach dem Gepäck der Reisenden zu suchen und es zu entladen.

"Die Zeit, die zum Auffinden unseres Gepäcks benötigt wurde, war übrigens länger, als wenn wir durch den Finger runter zum Flieger gegangen wären", sagte die Familie gegenüber Austrian Wings.

Den zeitlichen Verlauf können die Reisenden anhand mehrerer WhatsApp-Nachrichten an ihren Freund belegen. Doch die Airline sieht keine Schuld bei sich. Die eigenen Geschäftsbedingungen scheint man nicht zu kennen.

"Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten aufgrund des unfreundlichen Verhaltens des Gate-Personals", erklärte ein Laudamotion-Sprecher dem Flugreiseportal.

"Wir sind bereits in Kontakt mit unserem Handling, dem Flughafen Wien, um etwaiges Fehlverhalten in der Zukunft zu vermeiden."

Dass der Einstieg verwehrt wurde, sei hingegen okay gewesen. Der Flugpreis soll deshalb nicht erstattet werden.

Die fünf Urlauber flogen anschließend etwa neun Stunden später mit einer Iberia-Maschine nach Madrid.

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