Familie Marino kämpft um Micheles Leben und braucht Eure Hilfe

Stuttgart - Michele Marino ist gerade mal zwei Jahre alt und an manchen Tagen dem Tod näher als dem Leben. TAG24 hat den kleinen Kämpfer in einem Stuttgarter Krankenhaus besucht.

Michele Marino spielt mit einer Packung Tempos im Krankenhaus.
Michele Marino spielt mit einer Packung Tempos im Krankenhaus.  © TAG24

Michele lacht über das ganze Gesicht, als er mit seiner Schwester auf dem Bett herumtollt.

Die beiden wirken wie ganz normale Geschwister, doch das Krankenhausbett, die vielen Infusionsschläuche und sein kahler Kopf verraten, dass nicht alles in Ordnung ist. Michele hat Krebs.

Auf die Frage wie alt Michele ist, antwortet seine Mutter Mariarosa (24): "Er ist zwei Jahre und vier Monate. Ich wollte schon zweieinhalb sagen, aber ich will ihn nicht älter machen. Jeder Tag zählt."

Michele hat ein Neuroblastom, eine Krebsart im Stadium 4 (von 4 Stadien). Hinzu kommt, dass in seinem Tumor das Gen MYCN festgestellt wurde - eine besonders aggressive und resistente Form des Krebses.

"Seine Überlebenschance liegt bei 30 Prozent", sagt sein Vater Daniele (27).

Kleiner Kämpfer macht viel durch

Michele sitzt in seinem Krankenhausbett und bekommt Infusionen.
Michele sitzt in seinem Krankenhausbett und bekommt Infusionen.  © TAG24

Sein Leben beginnt schwierig, doch dass er so früh gegen den Tod kämpfen muss, hätte niemand gedacht. Bei seiner Geburt kommt es zu Komplikationen und Michele muss mit einem Notkaiserschnitt auf die Welt geholt werden.

Ärzte stellen die Krankheit Polydaktylie fest. Zwei OPs folgen: Ein Doppeldaumen wird entfernt und sein Hodenhochstand korrigiert.

"Wir dachten, das wäre das Größte was wir durchmachen mussten", sagt Mariarosa. Doch kurz nach seinem zweiten Geburtstag bemerken die Eltern, dass Micheles Bauch dick ist. Zunächst gehen sie von Blähungen aus.

Doch etwas stimmt nicht, Micheles Familie ist in Sorge: "Ich hatte bei der Arbeit ständig das Bedürfnis mir Bilder von meinem Sohn anzuschauen", sagt der Vater.

Kurze Zeit später stellt der Kinderarzt eine vergrößerte Leber und Milz fest und Michele wird sofort in ein Kinderkrankenhaus nach Stuttgart eingewiesen. Seine Mutter erinnert sich noch genau an diesen Moment: "Ich sah Michele an, einen fröhlichen Jungen und der Arzt sagt, 'Ihr Kind hat Krebs'." Zunächst gehen die Ärzte von Leukämie (Blutkrebs) aus. Die Urinwerte führen schließlich zur Diagnose: Neuroblastom, eine Kinderkrebsart im Endstadium.

Michele wird ein Kontrastmittel gespritzt und eine Untersuchung macht die Metastasen sichtbar. "Er hat geleuchtet, wie ein Weihnachtsbaum", erinnert sich seine Mutter. Micheles Leber, Beckenbereich, Bauchbereich, Wirbelsäule und das Knochenmark sind befallen.

Die Stuttgarter Familie Marino sind gläubige Christen: Ihr Leben ändert sich auf einen Schlag

Daniele und Mariarosa sitzen mit ihren Kindern Michele und Mariella auf dem Bett.
Daniele und Mariarosa sitzen mit ihren Kindern Michele und Mariella auf dem Bett.  © TAG24

Die Schockdiagnose verändert das gesamte Leben der christlichen Familie Marino. "Wir haben einen Pfarrer für eine Krankensalbung bestellt", sagt Mariarosa.

Vater Daniele ist verzweifelt: "Ich habe Rotz und Wasser geheult, aber ich musste stark sein für Michele."

Die Chemotherapie beginnt: Drei von sechs Blöcken hat der kleine Kämpfer hinter sich. "Er ist so schwer krank und lacht trotzdem immer wieder", sagt Mama Mariarosa mit Tränen in den Augen und gibt ihm einen Kuss auf die Stirn.

Ein Block dauert etwa eine Woche, danach zwei Wochen Pause. Ein Elternteil ist dann mit Michele ans Krankenhaus gefesselt. Oft bekommt er Fieber und die Familie muss wieder in die Klinik. "Das Krankenhaus ist unser zweites Zuhause", sagt Daniele.

Das Leben hat sich schlagartig verändert, Daniele kann nicht mehr beim Ordnungsamt arbeiten, seine Frau nicht mehr als Altenpflegerin und Tochter Mariella (4) geht kaum noch in den Kindergarten. "Wir wollen, dass sie was von ihrem Bruder hat und jede Sekunde mit ihm genießen kann", so Mutter Mariarosa.

Durch die Chemotherapie bleibt die Hoffnung, dass alles wieder gut wird

Ein Stück Normalität: Die Geschwister spielen zusammen.
Ein Stück Normalität: Die Geschwister spielen zusammen.  © TAG24

Bis jetzt schlägt die Chemotherapie an, doch niemand weiß, wie es weitergeht.

Sollte die Behandlung die Metastasen nicht vollständig bekämpfen, gibt es noch Hoffnung bei einer Studie zur Immuntherapie in Barcelona oder New York. Hierfür sammelt die Familie spenden, denn die Krankenkasse übernimmt die Kosten nicht.

"Ich will alles versucht haben, um mein Sohn zu retten", sagt Papa Daniele. Derzeit holt die Familie sich eine Zweitmeinung ein. "Wir vertrauen den Ärzten und hoffen auf das Beste", sagt Mariarosa.

Auf Instagram und einer eigenen Homepage berichtet die Familie von ihrem Schicksal. "Wir sind so dankbar", sagt Mariarosa. Viele Menschen schicken ihnen Nachrichten mit guten Wünschen.

Die Stadt Fellbach organisiert ein Benefizkonzert mit der Coverband „The Choristers“ am 28. November im Rathaus (18.30 Uhr). Der Erlös geht an die Familie.

Sollte die alternative Therapie nicht benötigt werden, spendet die Familie das Geld an ein anderes krankes Kind. "Ich hoffe, dass alles gut wird", wünscht sich Daniele, nimmt seinen Sohn auf den Arm und schaukelt ihn.

Die kleinen Hände mit den Schläuchen umklammern seinen Hals. Er gibt Michele einen Kuss.


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