Familie Ritter: Wie aussichtslos ist die Zukunft für Karins Enkel?

Köthen - Seit 1994 und damit seit 25 Jahren begleitet das "stern TV"-Team Familie Ritter aus Köthen. Besonders die gewalttätigen und rechtsradikalen alkohol- und drogenabhängigen Söhne Christopher, Andy und Norman sorgten in der 26.000-Einwohner-Stadt in Sachsen-Anhalt immer wieder für Angst und Schrecken, verbrachten Jahre ihres Lebens im Gefängnis. Doch was wird aus Kindern von Karin Ritters Söhnen? Wie steht es um deren Zukunft?

In ihre Obdachlosenunterkunft in der Augustenstraße darf Karin Ritter nur noch von 18 bis 8 Uhr. Den Tag verbringt sie auf der Straße, sieht kettenrauchend in die Ferne.
In ihre Obdachlosenunterkunft in der Augustenstraße darf Karin Ritter nur noch von 18 bis 8 Uhr. Den Tag verbringt sie auf der Straße, sieht kettenrauchend in die Ferne.  © stern TV

Dieser Frage will "stern TV" am heutigen Mittwochabend auf den Grund gehen.

Denn Fakt ist: Die Brüder Christopher (heute 32), Andy (34) und Norman (35) saßen insgesamt schon über 23 Jahre wegen verschiedenster Delikte im Gefängnis. Der jüngste, Christopher, allein fast zwölfeinhalb Jahre.

Er und Norman saßen erst im Mai wieder vor Gericht. Ihnen wird vorgeworfen, einen Obdachlosen überfallen und verprügelt zu haben. Die Anklage lautet auf schwere Körperverletzung und Diebstahl.

Schon vor zwölf Jahren war sich der Köthener Jugendamtsleiter Peter Grimm sicher, dass diese Familie - trotz vieler Hilfsangebote - verloren ist.

"Man muss schon sagen, dass die Familie Ritter eine gewisse Beratungsresistenz entwickelt hat. Sie hat gelernt, immer wenn es für sie wichtig wurde, uns ein Stück entgegenzukommen. Aber sobald das durch war, war auch das Thema durch", so Peter Grimm. Es sei vorhersehbar gewesen, dass heute "alle da sind, wo sie sind - ob in einer Justizvollzugsanstalt oder in einer Obdachlosenunterkunft. Ich denke, dass man diese Familie auch nicht bedauern muss."

Kreislauf aus Alkohol, Drogen, Gewalt und Arbeitslosigkeit

Bei Jasmin Ritter (19, l.) war die Hoffnung auf einen Absprung groß, doch auch sie steht vor Gericht, nimmt weiterhin Drogen.
Bei Jasmin Ritter (19, l.) war die Hoffnung auf einen Absprung groß, doch auch sie steht vor Gericht, nimmt weiterhin Drogen.  © sternTV

Weg vom Alkohol kam bis heute keine der Ritter-Söhne.

Christopher sollte bei den letzten Dreharbeiten kurz vor der Einweisung in eine Entzugsklinik stehen. Als er den Reportern von seinem Vorhaben erzählte, füllte er ein Glas zu drei Vierteln mit Wodka und füllte den Rest mit Cola auf. Es sei die dritte Flasche an diesem Tag, so der 32-Jährige.

Kann sich wenigstens die dritte Generation aus dem hoffnungslosen Strudel aus Alkohol, Drogen, Gewalt, Arbeitslosigkeit und Fremdenhass befreien? Besteht Hoffnung? Im Fall der heute 19-jährigen Jasmin sah es zunächst danach aus. Sie wolle mit Oma Karin keinen Kontakt mehr, den Namen Ritter ablegen, ein ordentliches Leben führen.

Doch auch sie landete vor Gericht. Auch sie wollte weg von den Drogen, nimmt sie aber weiterhin ab und zu. Aber nur "was Ordentliches, was knallt in der Birne", so Jasmin.

Wie steht es um Karins restliche Enkelkinder? Das wird am Mittwochabend ab 22.15 Uhr bei "stern TV" beleuchtet.

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