Doch kein Freispruch! Mutter mit Schere erstochen, Oma schwer verletzt

Lübeck - Der Bundesgerichtshof hat ein Urteil des Landgerichts Lübeck aufgehoben, das einen drogenabhängigen Angeklagten vom Vorwurf des Totschlags freigesprochen und in eine psychiatrische Klinik eingewiesen hatte.

Januar 2018: Der Angeklagte verbirgt sein Gesicht hinter einem Aktenordner.
Januar 2018: Der Angeklagte verbirgt sein Gesicht hinter einem Aktenordner.  © DPA

Das bestätigte ein Vertreter des Nebenklägers Frank-Eckhard Brand am Freitag. Die Nebenklage hatte ebenso wie die Staatsanwaltschaft gegen das Urteil Revision beantragt.

Jetzt muss der Prozess um ein blutiges Familiendrama in Lübeck wohl wieder neu aufgerollt werden.

Im Juli 2017 hatte der damals 30 Jahre alte Angeklagte seine Mutter im Streit mit einer Geflügelschere erstochen und zudem seine Großmutter schwer verletzt.

Der Nebenklage zufolge habe das Gericht das psychiatrische Gutachten nicht ausreichend berücksichtigt, sagte Brand am Freitag.

Das Gericht war bei seinem Urteil dagegen von einem durch das Zusammenspiel von Drogen und Medikamenten verursachten Rauschzustand ausgegangen, der nach Aussagen eines Toxikologen zu einer Schuldunfähigkeit des Angeklagten geführt habe.

Der Termin für die neue Hauptverhandlung steht nach Angaben eines Gerichtssprechers aber noch nicht fest.

Der Prozess erinnert an einen ähnlichen Vorfall in Böblingen vor wenigen Tagen. Ein 17-Jähriger soll seine 38 Jahre alte Mutter und seine 61-jährige Großmutter mit einem Küchenmesser erstochen haben (TAG24 berichtete).

Der junge Mann soll sich nach der Tat selbst bei der Polizei gemeldet und eingeräumt haben, die Frauen umgebracht zu haben. Die Hintergründe der Tat sind bislang aber noch unklar.

Titelfoto: DPA


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