"Überall war Blut": Mann brutal mit Baseballschläger verprügelt

Alle Prozessbesucher und Angeklagte wurden vor Prozessbeginn kontrolliert.
Alle Prozessbesucher und Angeklagte wurden vor Prozessbeginn kontrolliert.

Bielefeld/Bünde - 2015 eskalierte ein Streit zwischen zwei serbisch-bosnischen Familien in Bünde dermaßen, dass fünf Männer einen 32-Jährigen mit einem Baseballschläger verprügelten. Für die brutale Attacke müssen sie sich aktuell vorm Landgericht Bielefeld verantworten (TAG24 berichtete).

Die Familienfehde soll schon seit langer Zeit zwischen den Betroffenen gewütet haben. Nach mehrere vorausgegangene Auseinandersetzungen brachte dann wohl der Vorwurf der beiden Hauptangeklagten (26 und 42 Jahre alt), das Opfer habe ihre Autos abgefackelt, das Fass zum Überlaufen. Bei der darauffolgenden brutalen Baseballschläger-Attacke erlitt das Opfer massive Verletzungen am ganzen Körper.

Vorm Gericht zeigten sich die 26- und 42-Jährigen geständig. "Jasar E. (Name von der Redaktion geändert) hat mehrfach Mitglieder meiner Familie mit einer Pistole bedroht und Autos angezündet", wird die Erklärung des 26-jährigen Angeklagten in der Neuen Westfälischen zitiert.

Die Angeklagten haben gestanden.
Die Angeklagten haben gestanden.

Am 19. Dezember 2015 verabredete er sich mit weiteren Männern in Bünde, um den damals 30-Jährigen zu verprügeln. Wie der 42-Jährige berichtet, soll das Opfer erst vor der Gruppe geflohen sein.

Mit einem Baseballschläger bewaffnet verfolgten sie ihn. An der Fahrenkampstraße holte der Angeklagte ihn ein. "Er drehte sich zu mir um und sagte, er werde mich abknallen. Ich nahm die Drohung ernst. Dann habe ich wahllos auf ihn eingeschlagen. Überall war Blut. Ich war unter Schock."

Als der 26-jährige Mittäter zu ihm kam, sagte er "Nicht auf den Kopf" und nahm ihm den Schläger ab. Aber auch er ließ nicht von dem Opfer ab und prügelte auf ihn ein. Mehrfach soll er dabei gezielt auf die Beine des am Boden liegenden 30-Jährigen geschlagen haben.

Gegen Auflagen wurde schon am ersten Verhandlungstag das Verfahren gegen vier der ursprünglich neun Angeklagten eingestellt. Am Dienstag wird der Prozess fortgesetzt.


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