Arbeitgeber: Flüchtlinge lösen unsere Probleme nicht

Flüchtlinge erlernen in einer Ausbildungswerkstatt der "Friedhelm Loh Group" in einem Vorbereitungspraktikum Grundfertigkeiten der Metall- und Elektrotechnik.
Flüchtlinge erlernen in einer Ausbildungswerkstatt der "Friedhelm Loh Group" in einem Vorbereitungspraktikum Grundfertigkeiten der Metall- und Elektrotechnik.

Dresden - Flüchtlinge können nach Ansicht des scheidenden sächsischen Arbeitgeberpräsidenten Bodo Finger den Mangel an Fachkräften und das demografische Problem nicht lösen.

"Wir brauchen eine Versachlichung der Diskussion und keine Übertreibungen und Kampagnen, damit vor allem keine falschen Erwartungen entstehen", sagte Finger am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Angesichts der vorliegenden Informationen und Erhebungen müsse davon ausgegangen werden, dass die wenigsten der künftigen Asylberechtigten direkt in den Arbeitsmarkt integrierbar sind: "Das heißt, dass der Großteil zunächst ein mehrjähriges Ausbildungsprogramm absolvieren muss."

Wenn die Politik jetzt ein stärkeres Engagement der Wirtschaft bei der Integration fordere, dann muss sie zuallererst ihre Hausaufgaben machen und den Flüchtlingsstrom in geordnete Bahnen lenken, sagte Finger weiter.

"Aktuell ist noch gar nicht klar, wer mit welchen Qualifikationen in unserem Land ist. Erst wenn wir das wissen und auch das Bleiberecht geklärt ist, kann die Wirtschaft ihren Beitrag zur Integration leisten."

Der Präsident der Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft, Bodo Finger (74).
Der Präsident der Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft, Bodo Finger (74).

Finger (74) hatte die Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft seit 2007 geführt. Zum 1. Januar 2016 übernimmt Jörg Brückner das Amt.

Die Zwickauer Linke-Politikerin Sabine Zimmermann, Arbeitsmarkt-Expertin ihrer Partei im Bundestag, betont dagegen eher die Chancen der Zuwanderung von Menschen mit ausländischen Wurzeln: "Wichtig ist nur, dass wir sie schnell in Arbeit integrieren können. Dazu muss man Bedingungen schaffen."

Viele der jungen Leute wollten die deutsche Sprache lernen und eine Arbeit oder Ausbildung bekommen: "Das heißt aber auch, dass wir unsere Langzeitarbeitslosen nicht vergessen dürfen. Die müssen die selben Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben", betonte die Politikerin.

Qualifizierung sei das A und O. Diese sei in den letzten Jahren leider massiv zurückgefahren worden. Zugleich widersprach Zimmermann Ansichten, Flüchtlinge könnten Deutschen die Jobs wegnehmen.

Fotos: dpa, PR/Friedhelm Loh Group


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