Fast 1000 Jobs werden in Ostsachsen gestrichen

Im Januar hatte sich Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD, r.) mit dem Betriebsratsvorsitzenden Volker Schaarschmidt über den geplanten Stellenabbau gesprochen.
Im Januar hatte sich Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD, r.) mit dem Betriebsratsvorsitzenden Volker Schaarschmidt über den geplanten Stellenabbau gesprochen.

Görlitz/Bautzen - Entsetzen in Ostsachsen: Einer der größten Arbeitgeber der Region, der Schienenfahrzeughersteller Bombardier Transportation, will insgesamt 930 Arbeitsplätze in Bautzen und Görlitz streichen!

Das gab Unternehmenssprecher Andreas Dienemann am Donnerstag nach den Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft, den Betriebsräten und der Unternehmensleitung bekannt.

Demnach sollen in Görlitz 700 Arbeitsplätze wegfallen, darunter 500 von Leiharbeitern. In Bautzen sind 230 Jobs betroffen. Dienemann sprach von „keiner leichtfertigen Entscheidung“. Aber es gehe um die Zukunft des Werkes in Sachsen.

Damit trägt Sachsen die Hauptlast des Stellenabbaus im Konzern. In der vergangenen Woche hatte Bombardier Transportation angekündigt, dass in den deutschen Werken 1430 der 10-500 Mitarbeiter gehen müssen. Insgesamt unterhält das Unternehmen sieben Produktions- und Konstruktionsstandorte deutschlandweit.

Das Wirtschaftsministerium in Dresden spricht von einem „schweren Schlag für die Region“. Staatssekretär Stefan Brangs (51, SPD): „Es scheint, als ob die schlimmsten Befürchtungen für einen Teil der Beschäftigten von Bombardier wahr werden. Es muss jetzt darum gehen, mit der Geschäftsführung, dem Betriebsrat und der IG Metall eine sozialverträgliche Lösung zu finden.“

Dafür sei es wichtig zu erfahren, welche Strategie Bombardier verfolge, um die Arbeitsplätze und die beiden Standorte in Sachsen langfristig zu sichern.

„Hier erwarten wir ein belastbares Zukunftskonzept des Konzerns.“ Immerhin gehe es um sehr gut ausgebildete Fachkräfte und Spezialisten für den Schienenverkehr. Dieser Trumpf dürfe nicht leichtfertig verspielt werden. „Dazu werden wir in Kürze weitere Gespräche führen.“

Ein Zug steht auf einem Prüffeld in der Fertigung der Bombardier Transportation GmbH Schienenfahrzeuge Werk in Görlitz.
Ein Zug steht auf einem Prüffeld in der Fertigung der Bombardier Transportation GmbH Schienenfahrzeuge Werk in Görlitz.

Fotos: dpa


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