"Altmodische Komödie": Drastische Kritiken für "Fast & Furious: Hobbs & Shaw"

Netz - Unnötiges Spin-off oder sehenswerter Genre-Eintrag? "Fast & Furious: Hobbs & Shaw" konzentriert sich voll auf das markante Duo Deckard Shaw (Jason Statham) und Luke Hobbs (Dwayne Johnson), das die Fans schon aus der Hauptreihe kennen. Der Film konnte international erstaunlich gute Kritiken einheimsen, jedoch gibt es auch deutliche Gegenstimmen.

Zwei coole Typen auf wichtiger Mission: Dwayne Johnson als Luke Hobbs und Jason Statham als Deckard Shaw.
Zwei coole Typen auf wichtiger Mission: Dwayne Johnson als Luke Hobbs und Jason Statham als Deckard Shaw.  © PR/Universal Pictures

So attestiert Peter Debruge von "Variety" dem Film viel Spaß, kritisiert aber die übertriebene Darstellung, die der "Comic-Logik eines durchschnittlichen Marvel-Films" gleichen würde.

Die Handlung des Films sei am Ende "weniger interessant als ihr eigentliches Potenzial."

Etwas positiver sieht es "The Hollywood Reporter": "Die Masche der beiden Hauptdarsteller ist amüsanter als erwartet. Die gegenseitigen Beleidigungen sind heiß und heftig, ebenso wie die vielen unverschämten Situationen, über die sie ausnahmslos die Oberhand gewinnen."

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Regisseur David Leitch würde dem Publikum im übertragenen Sinne zuzwinkern, ihm aber gleichzeitig einen Schlag in die Rippen verpassen, da seine Charaktere immer wieder die Gesetze der Physik brechen würden.

"Trotz einiger flacher Witze bleibt "Hobbs & Shaw" eine spannende, starke Charmeoffensive mit Johnson und Statham, die richtig Spaß am Steuer haben", schreibt "Empire UK".

Dave Trumbore von "Collider" betrachtet den Film als "solides Spin-off mit einem einfallsreichen Sci-Fi-Twist". Trotz kleinerer Schwächen und Unzulänglichkeiten würde sich der Film gut ins "Fast & Furious"-Universum einfügen.

Mit spöttischen Worten beschreibt Eric Kohn von "IndieWire" die Bilder auf der Leinwand. "Hobbs & Shaw" sei eine "altmodische Screwball-Komödie", in der zufällig zwei große Actionstars zu sehen sind.

Der Film könne die fehlende Innovationskraft US-amerikanischer Actionfilme kaum kaschieren und sei auch nicht gerade smart, funktioniere als "standalone buddy movie" jedoch ganz gut.

Hirnlose Macho-Action oder coole Genre-Erfahrung, die auch als Komödie gut funktioniert?

Vanessa Kirby spielt in der Rolle der Hattie Shaw eine starke Frau.
Vanessa Kirby spielt in der Rolle der Hattie Shaw eine starke Frau.  © PR/Universal Pictures

Auch der deutschsprachigen Kritiker-Landschaft ist das Spin-off von David Leitch, das zwei Jahre nach den Ereignissen von "Fast & Furious 8" spielt, nicht entgangen.

Für Peter E. Müller von der "Berliner Morgenpost" erweisen sich die Actionstars Dwayne Johnson und Jason Statham als "ausgebufftes Alphamännchen-Team, das sich schlagkräftig und mit einer ordentlichen Portion Ironie durch diese weit mehr als zwei Stunden höchst unterhaltsamen Popcorn-Kinos prügelt."

Kritik äußert der Autor an den Nebenfiguren, die in seinen Augen "bloße Staffage" blieben. Als Beispiele nennt er Helen Mirren, die nur einen kleinen Auftritt als Shaws inhaftierte Mutter hätte, sowie Rob Delaney als überdrehten CIA-Agenten Loeb.

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Bedeutendere Nebenfiguren hätte sich auch Andreas Köhnemann von "Kino-Zeit" gewünscht. Er schreibt: "Vermutlich wäre "Fast & Furious: Hobbs & Shaw" insgesamt ein größeres Vergnügen geworden, wenn man sich auf die Kabbeleien der Titelhelden sowie auf die kantigen Nebenfiguren konzentriert hätte."

Gunther Baumann von "FilmClicks" meint: "Ein rasanter, wenngleich zu langer Action-Film, der von der Struktur her mehr an einen Bond-Thriller erinnert als an ein Vollgas-Auto-Abenteuer im gewohnten "Fast & Furious"-Stil."

Bei der "FAZ" schlägt der übliche Kulturpessimismus voll durch. Laut Elena Witzeck sei die "Zeit der Machos am Gaspedal" vorbei. "Was früher die Community der Autotuner elektrisierte, soll jetzt für alle funktionieren."

"Hobbs & Shaw" sei ein schlechter Film, der nicht dadurch besser würde, "dass er von einer spannenden Frau handelt."

Film-Guru "Robert Hofmann" lobt in seiner Review den coolen und erfrischenden Soundtrack, der auf ihn sehr "stylisch" und "motivierend" wirke. Stimmige Effekte sowie die "witzigen und lässigen Gags" seien bei ihm "bis zur letzten Sekunde" lohnenswert.

Um den Film wirklich genießen zu können, sollte man jedoch die unrealistische Physik des Films missachten können. Auch die "wuchtige Laufzeit" von 136 Minuten und die "zu hart unterschnittene Action" seien etwas fehl am Platz.

Trotz des "relativ vorhersehbaren Konstrukts" sieht er "Hobbs & Shaw" als lohnenswerte Genre-Erfahrung für Blockbuster-Action-Fans mit einem gelungenen komödiantischen Anteil.

Mit markigen Sprüchen und knallharter Action sorgt das Duo für jede Menge Unterhaltung.
Mit markigen Sprüchen und knallharter Action sorgt das Duo für jede Menge Unterhaltung.  © PR/Universal Pictures

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