Alter Anatomiehörsaal wird zum gruseligen Theater-Schauplatz

Leipzig - Der "Faust" ist zurück auf den Theaterbühnen. In dieser Spielzeit haben gleich mehrere Häuser, darunter Leipzig, Chemnitz und Halle, Goethes Klassiker auf den Spielplan gesetzt.

Der "Faust" ist zurück auf den Theaterbühnen. In dieser Spielzeit haben gleich mehrere Häuser, darunter Leipzig, Chemnitz und Halle, Goethes Klassiker auf den Spielplan gesetzt.
Der "Faust" ist zurück auf den Theaterbühnen. In dieser Spielzeit haben gleich mehrere Häuser, darunter Leipzig, Chemnitz und Halle, Goethes Klassiker auf den Spielplan gesetzt.  © Rolf Arnold/Schauspiel Leipzig/dpa

Den weitesten Wurf wagt das Schauspiel Leipzig, wo an diesem Samstag (29. September) "Faust I" und "Faust II" als Doppelstück Premiere hat. Intendant Enrico Lübbe verlässt für den zweiten Teil sogar die angestammte Bühne und lädt die Zuschauer zu verschiedenen Thementouren im Stadtgebiet ein.

Das Großprojekt sei eine Herausforderung, sagte Lübbe. Er hoffe jedoch, dass er mit diesem Theaterabend der Stadt etwas zurückgeben könne: "Einen Faust, der dem Inhaltsreichtum dieses Werkes entspricht, der unterschiedliche Herangehensweisen, verschiedene Theaterformen, diverse Sichten bündelt."

Experimentell wird es vor allem bei "Faust II": Die Zuschauer können eine von drei Touren wählen - zur Alten Börse, zum Völkerschlachtdenkmal und zum alten Anatomiehörsaal der Universität. Dort sollen Themen aus "Faust II" behandelt werden, die noch heute aktuell sind. Es geht um Geld und Reichtum, Landgewinnung und Umsiedlung sowie Schöpfungsträume und künstliche Intelligenz.

"Ich glaube, man kann 'Faust II' sowieso nur mit einem besonderen Zugriff entgegentreten", erklärte Lübbe. "Das ist eine Themensammlung, die lose zusammengehalten wird von den Hauptfiguren. Und diesem Kompendium von Ideen, die Goethe über sechs Jahrzehnte beschäftigt haben, haben wir uns inhaltlich genähert."

Im "Faust I", der im Winter auch ohne den zweiten Teil gespielt werden wird, üben die Leipziger dagegen Verzicht: Ein Mephisto als Figur werde nicht auf der Bühne stehen, kündigte Lübbe an.

Auch in Halle und Chemnitz ist der "Faust" übrigens Chefsache. In der Saalestadt feierte die Inszenierung von Matthias Brenner in der Vorwoche Premiere. In Chemnitz lässt Schauspieldirektor Carsten Knödler auf "Faust I" in der vorigen Spielzeit jetzt "Faust II" folgen.


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