Junge mit Autismus ist überglücklich, Dumbo zu sehen, doch dann wird ihm sein Herz gebrochen

Faversham (England) - Der kleine Noah (5) konnte sich vor Aufregung nicht mehr halten, als Dumbo seine Ohren zum Fliegen einsetzte und abhob. Doch der Filmspaß endete nach 30 Minuten: Das Kerlchen musste mit seiner Mutter (36) und seinen Geschwistern (9 und 10) das Kino verlassen.

Vicky Page (36) mit ihrem Sohn Noah auf einem Facebook-Selfie.
Vicky Page (36) mit ihrem Sohn Noah auf einem Facebook-Selfie.  © Facebook/Screenshot/Vicky Page

Die Familie aus dem englischen Faversham war am vergangenen Wochenende nach Kent gefahren, um den Film anzusehen, berichtete Noahs Mutter, Vicky Page, der "Daily Mail". Eine Woche hatten sie den Kleinen darauf vorbereitet, weil er an Autismus leidet und für sein Alter etwas zurückgeblieben ist.

Die 36-Jährige sagte: "Noah war nicht ungezogen, er war einfach extrem aufgeregt. Es fällt ihm schwer, still zu sitzen, wenn er aufgeregt ist. Er konnte nicht glauben, dass Dumbo fliegen konnte. Aber anstatt Dinge ruhig auszusprechen, ruft er sie ziemlich laut aus und er rief nur 'Elefanten-Flieger-Superheld' und begann dann richtig zu springen."

Eine andere Mutter, die mit ihren Kindern im Kino saß, drehte sich ständig um. Vicky Page entschuldigte sich zwar und sagte: "Es tut mir wirklich leid, er hat Autismus." Aber die Frau antwortete: "Das ist mir egal" und riet Page ihren Sohn zu Hause zu lassen.

Die Familie verließ nach etwa 30 Filmminuten das Kino, weil sie sich von den anderen unter Druck gesetzt fühlte. Für Noah brach daraufhin eine Welt zusammen.

Vicky Page über die traurige Situation

Dumbo läuft momentan als Realfilm-Verfilmung im Kino.
Dumbo läuft momentan als Realfilm-Verfilmung im Kino.  © PR/Disney

Natürlich ging es nicht nur dem Fünfjährigen so, auch seine Geschwister und seine Mutter waren enttäuscht. Im Foyer hatte der Kleine dann schließlich einen Zusammenbruch und schlug mehrfach mit seinem Kopf auf den Fußboden. "Er hatte schon lange nicht mehr so ​​gelitten - es war herzzerreißend", so seine Mutter.

Doch Vicky Page, die in dem Moment am Rande eines Nervenzusammenbruchs stand, vergaß ihre anderen Kinder nicht. Sie erzählte, dass das Leben der beiden auch härter geworden sei, seit sie auf Noah soviel Rücksicht nehmen müssten.

"Sie brauchen auch ihr Vergnügen, weil es auch für sie ziemlich schwierig ist, denn unsere Möglichkeiten sind sehr begrenzt", so Page. Andere Kinder könnten zum Beispiel gar nicht zu ihnen nach Hause zum Spielen kommen, da das Noahs Routine durcheinander bringen würde.

Kurz hoffte die Britin, dass das Kino Sonder-Vorstellungen für benachteiligte Kinder anbieten könnte. Doch der Betreiber wollte sich zu dieser Idee nicht äußern.

Der kleine Noah wird den Film wohl erst anschauen können, wenn er in die Heimkinoauswertung kommt.


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