Nach RB Leipzigs dramatischem Halbfinal-Einzug flogen die Fetzen: "Unterste Schublade!"

Augsburg - RB Leipzigs erstmaliger und vor allem hochdramatischer Halbfinaleinzug durch einen 2:1-Erfolg nach Verlängerung beim FC Augsburg geriet schon kurz nach dem Abpfiff schnell ins Hintertreffen. Denn Spieler und Verantwortliche beider Mannschaften gingen auf dem Spielfeld aufeinander los. TAG24 erklärt, was vorgefallen war.

Augsburgs Geschäftsführer Sport Stefan Reuter (52) und RB-Vorstandsvorsitzender Oliver Mintzlaff (43) lieferten sich ein verbales Battle.
Augsburgs Geschäftsführer Sport Stefan Reuter (52) und RB-Vorstandsvorsitzender Oliver Mintzlaff (43) lieferten sich ein verbales Battle.  © dpa, Picture Point

Wir befinden uns im Pokal-Viertelfinale zwischen Augsburg und Leipzig. Für die Teams geht es um den Halbfinal-Einzug. Es läuft die erste Minute der Nachspielzeit in der Verlängerung. Beim Stand von 1:1 leistet sich FCA-Angreifer Michael Gregoritsch ein klares Handspiel im Strafraum - Elfmeter. Leipzigs Marcel Halstenberg tritt an und verwandelt souverän zum 2:1-Endstand für die Gäste.

"Es ist ein schöner Moment gewesen", sagte Siegtorschütze "Halste". "Ich wusste, ich werde den Elfer verwandeln." Soweit zum Sportlichen.

Und danach flogen die Fetzen!

Auslöser: RB-Boss Oliver Mintzlaff (43) war zur gegnerischen Mannschaft gelaufen, hatte seinen Kollegen etwas zugerufen, woraufhin ihm FCA-Geschäftsführer Stefan Reuter einen Stoß gegen den Oberkörper verpasste.

"Ich war bei Jens Lehmann und habe gesagt 'Bleibt das nächste Mal in eurer Coachingzone'", klärte Mintzlaff anschließend in der ARD auf. "Ich habe von uns noch keinen gesehen, der jemals in die andere Coachingzone rüber ist. Und dann kam Reuter dazwischen. Alle Nerven lagen blank - auch bei mir."

Stefan Reuter zieht so richtig vom Leder

Spieler und Verantwortliche beider Mannschaften gingen aufeinander los, mussten teilweise auseinander gezogen werden.
Spieler und Verantwortliche beider Mannschaften gingen aufeinander los, mussten teilweise auseinander gezogen werden.  © Eduard Martin/Jan Hübner

Soweit, so gut. Doch Ex-Weltmeister Stefan Reuter legte danach so richtig los.

"Anstatt er sich über den Sieg freut, marschiert er in unsere Coachingzone und sagt, was wir hier veranstalten", kochte der 52-Jährige vor Wut über Mintzlaffs Aktion. "Das ist an Arroganz und Frechheit nicht zu überbieten, was der sich rausnimmt. Das ist nicht zu akzeptieren, das muss ich ganz klar sagen. Sein Verhalten ist unterste Schublade." Harte Worte, die man so im Fußballgeschäft selten hört.

Reuter sagte weiter, dass derartige Sticheleien "nicht das erste Mal bei ihm" vorgekommen seien. "Danach muss er sich dann nicht entschuldigen und mich zum Essen einladen. Das kann er sich sparen. Der soll sich überlegen, wie man sich zu verhalten hat", wetterte Augsburgs Geschäftsführer Sport weiter. "Er soll sich mit seiner Mannschaft freuen, denn das war ein ganz überragendes Pokalspiel."

Das sah auch Leipzigs Vorstandsvorsitzender so. "Das war ein sehr emotionales und zerfahrenes, klassisches Pokalspiel. Da gehen am Ende die Gemüter natürlich hoch. Aber wir sind weiter, das ist das Einzige, was zählt."

Bei der Halbfinal-Auslosung am Sonntag (18 Uhr/ARD) wird RB Leipzigs Kugel zum ersten Mal im Topf der letzten vier Teams sein.

Nach seinem Siegtreffer rannten die Teamkollegen zum halbnackten Elfmeter-Schütze Marcel Halstenberg.
Nach seinem Siegtreffer rannten die Teamkollegen zum halbnackten Elfmeter-Schütze Marcel Halstenberg.  © Picture Point

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